Die Mitschriften aus dem Gita Kursus jetzt in deutscher Übersetzung – Teil 6 (Tag 5):

Jai Gurudev! Vom 16. bis 23. August 2016 hat Guruji im Shree Peetha Nilaya einen Bhagavad Gita Kursus gegeben. Die Mitschriften aus den einzelnen Seminartagen werden nun auf Deutsch übersetzt und hier im Bhakti Blog veröffentlicht. Stück für Stück, immer mal wieder gibt es eine neue Übersetzung, bis alle Inhalte aus dem Kursus vermittelt wurden. Also: Schaut regelmäßig rein und lasst euch von diesem uns geschenkten Göttlichen Wissen heilen und inspirieren! Alle Bilder der Veranstaltung findet ihr wie immer auf Flickr. Und hier nun: Übersetzung aus dem Bhagavad Gita Kursus, Teil 6 (Tag 5):

„Diejenigen, die auf Gott konzentriert sind, die ihre Aufmerksamkeit ganz darauf ausrichten, Gott vollkommen zu lieben, die ganz in dieser Liebe aufgehen, werden Gott in ihrem Herzen wahrnehmen, wann immer sie in Meditation sind.

‚Diejenigen, die nicht über andere richten, die wissen, dass Ich die Quelle von allen und allem bin, diejenigen, die die Schwachen beschützen, die die unschuldigen Tiere beschützen, sie werden zu Mir kommen und sie werden Mir lieb und teuer sein. Ich offenbare Mich Selbst durch die Liebe. Ich verwandle diese Liebe in Glückseligkeit, in der sie Mich ewig wahrnehmen, fühlen und Meine Gegenwart genießen.‘ “ – Paramahamsa Vishwananda, 20. August 2016

Der fünfte Tag des Bhagavad Gita-Kurses konzentrierte sich auf die Herrlichkeit Gottes. Während dieses Tages kommentierte Paramahamsa Vishwananda Kapitel 10 und 11, die Kapitel, in denen Lord Krishna Arjuna die Großartigkeit Gottes und Seiner kosmischen Erscheinungsform offenbart.

Kapitel 10 der Bhagavad Gita wird „Vibhuti Yoga“ genannt (Yoga der Manifestation – die Göttliche Herrlichkeit). In diesem Kapitel – ebenso wie in den Kapiteln 7 und 9 – befasst sich Krishna eingehender mit Seiner Göttlichen Natur als Herrscher des Kosmos. Er lehrt, dass man durch eine liebevolle Beziehung Seine Gnade erlangen kann. Arjuna fragt Krishna, wie man Ihn in der Welt erkennen kann. Als Antwort auf Arjunas Verlangen gibt Krishna in der zweiten Hälfte des Kapitels eine Reihe von poetischen Beschreibungen Seiner Herrlichkeit (Vibhuti), die zeigen, wie Er erkannt werden kann.

„ ‚Unter den Formen der Anbetung bin Ich Japa.‘ Hier sagt Bhagavan wieder, welches das beste Gebet ist – Seinen Namen zu chanten. Die Handlung des Chantens selbst ist Bhagavan. Wisst ihr – deshalb sagte ich früher bereits – wenn ihr in den Göttlichen Namen initiiert werdet, ist der Herr bereits bei euch.

Wenn ihr chantet, denkt ihr an Ihn. Wo ihr auch geht, jeder Atemzug, den ihr in Seinem Namen macht – Er ist nah bei euch. Hier sagt Bhagavan, dieses Mantra Kriya selbst ist die höchste Opfergabe. Durch das Chanten des Göttlichen Namens wird man Ihn wahrnehmen. Es ist durch dieses Darbringen in der Einfachheit – so einfach ist das, nur das Chanten Seines Namens – denn die Handlung des Chantens ist Er selbst. Deshalb sagt Er, dass Japam die höchste Verehrung ist.

Unter den Verehrungen, unter allen Gebeten und Ritualen, ist das Chanten des Göttlichen Namens das Höchste, denn die Handlung des Chantens, dieser Akt der Verehrung, ist Er Selbst. Wenn ihr also chantet, wird der Geist vollkommen friedlich, völlig entspannt. Durch das Chanten des Göttlichen Namens übertrifft der Geist sich selbst und steigt auf in den höchsten Zustand, den höchsten Zustand der Glückseligkeit.“ – Paramahamsa Vishwananda, 20. August 2016

Kapitel 11 beschreibt, wie Arjunas Verlangen umso intensiver wird, nachdem er von den detaillierten Vibhutis (Herrlichkeiten) Gottes gehört hat. Als Resultat will Arjuna die ‚Avyakta Murthi‘ sehen, die sich hinter der Schöpfung verbirgt. Dies ist der Höhepunkt der Gita; Arjuna sieht unmittelbar die kosmische Form Krishnas, die kosmische Form des Höchsten.

Im Erblicken dieser kosmischen Form, der Vishwa Swaroop, die Lord Krishna Arjuna gegenüber offenbart, gerät Arjuna in einen Schockzustand. Die Schau Gottes löst Verwirrung und Angst in Arjuna aus, denn es ist jenseits von allem, was er sich je hätte vorstellen können.

„Wisst ihr, in eurem Verstand erschafft ihr ein bestimmtes Bild von Gott, aber das ist nicht die Realität, das ist nicht Gott. Ihr erschafft eine limitierte Vorstellung Gottes, einen Gott, den ihr gut findet, über den ihr sagen könnt: ‚Okay, so mag ich ihn.‘ Es ist wahr, in der ganzen Welt denken die Menschen so. Jeder spricht über Gott, aber sie sprechen über einen Gott, mit dem sie sich identifizieren können. Jeder erschafft ein Bild Gottes, das er bequem annehmen kann. Sobald wir dieses bequem annehmbare Bild geschaffen haben, gestalten wir unseren eigenen kleinen Himmel um diesen Gott herum. Dann begeben wir uns selbst in eine ,Blase‘ und sagen: ‚Das ist es! Mein Gott ist besser als all die anderen!‘

Auf diese Weise erschafft jeder ein bestimmtes Bild und schließt sich selbst darin ein; wenn dich jedoch die Realität einholt, dann platzt diese Blase. Dann musst du der Realität ins Auge sehen. Ja, du sehnst dich nach Gott, du sehnst dich nach dem Bild in dir. Aber wenn Gott Selbst dir zeigt, ‚dieses Bild, das du in deinem Geist erschaffen hast, ist nicht die Wirklichkeit, Er ist alles überragend, viel stärker, viel mächtiger‘, dann wirst du geschockt sein. Denn dies ist außerhalb deiner Kontrolle. Dein inneres Bild ist der kleine Gott, den du in deinem Geist erschaffen hast, unter deiner Kontrolle, aber das Höchste ist es nicht; diese Realität ist es nicht. Genau das erlebt Arjuna jetzt gerade.“ – Paramahamsa Vishwananda, 20. August 2016

Der fünfte Tag des Bhagavad Gita-Kurses erinnerte jeden Teilnehmer daran, dass Gott in Wahrheit ein Geheimnis für uns ist. Durch die Gnade des Gurus kann Er uns jedoch offenbart werden. Lord Krishna hat Arjuna mit der Schau Gottes gesegnet; genau dies ist auch die Rolle des Gurus gegenüber jedem seiner Schüler/Devotees. Es liegt bei jedem selbst, den Geist durch das Chanten der Göttlichen Namen zu läutern und darauf zu vertrauen, dass der Satguru weiß, wann es Zeit ist, die höchste Wahrheit zu offenbaren, welche die ganze Schöpfung regelt. Jai Gurudev!

„Devotees machen alles in einem Zustand der Liebe; und wenn man in diesem Zustand der Liebe ist, gibt es keinen Raum mehr für Bewertungen im Herzen oder Geist. ‚Erinnere dich an Mich in allem was du tust und übergib Mir alle Ergebnisse deiner Handlungen. Wisse, dass Ich Gott Selbst bin, Ich bin das Ziel, Ich bin die höchste Seele.‘ Erinnere dich ständig an den göttlichen Namen, rezitiere, reflektiere, kontempliere, meditiere über ihn, meditiere über die Herrlichkeit Gottes, meditiere über Seine Leela, die Er aufgeführt hat. Meditiere über die Tugend, die Er in dein Herz gelegt hat. Auf diese Weise wirst du emporsteigen und inneren Frieden haben, innere Zufriedenheit; Gott wird Sich in dir offenbaren. Er wird dir die innere Schau Seiner geben.“ – Paramahamsa Vishwananda, 20. August 2016

Jai Gurudev!

Während des Gita-Kurses stellte sich das neue Buch Shreemad Bhagavad Gita: Verses and Translations für viele Teilnehmer als großartiges Hilfsmittel heraus. Dieses Buch beinhaltet die Sanskrit-Verse der Bhagavad Gita mit ihren englischen Übersetzungen. Außerdem geboten werden kurze Auszüge Paramahamsa Vishwanandas zu den jeweilgen Abschnitten, ein Mahabharat Familienstammbaum und ein Leitfaden zur richtigen Aussprache von Sanskrit. Weitere Informationen zu diesem hilfreichen Buch findet ihr hier.

 

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