Bericht vom 1. Tag der Vaishnava Pilgerreise durch Südindien:

Gott wird niemals müde. Nach der Wahnsinns-Einweihungszeremonie und der scheinbar nicht enden wollenden mehrtägigen Feier im Giridhar Dham Ashram in Vrindavan (alle Fotos dazu gibt es hier) ging es am Montag, 5. Dezember 2016, nun für Guruji und einige Devotees direkt weiter auf eine exklusive Vaishnava Pilgerreise durch Südindien.

Unser Bruder Vandhanananda schreibt dabei einen Bericht auf Englisch für den internationalen Blog (Facebook). Hier nun die deutsche Übersetzung seines 1. Eintrags, mit dem Vandhan uns an den Erfahrungen der Reisegruppe teilhaben lässt:

Jai Gurudev an alle! Heute haben wir den allerersten Tag unserer exklusiven Vaishnava Pilgerreise im Staat Tamil Nadu, Südindien angetreten. Nach unserer Ankunft gestern Abend am Flughafen in Chennai erfuhren wir, dass genau an diesem Tag die hochangesehene Oberministerin Jayalalithaa verstorben war. Aus diesem Grund änderten wir unsere Pläne, da die Straßen wegen der politischen Situation nicht sicher waren. Alle Läden und Tempel hatten spontan geschlossen als Reaktion auf ihren plötzlichen Tod. Somit fuhren wir gestern direkt zu unserem Hotel, ohne einen Tempel zu besuchen.

Heute Morgen konnten wir immer noch nicht unsere Hotelzimmer verlassen und gingen daher auf eine ,innere Pilgerreise. Swamini VishwaMohini Ma gab einen wundervollen Satsang, gedachte kurz der Oberministerin und sprach danach von der bedingungslosen Liebe Gurujis. Wir tauschten unsere aufrichtigen Gedanken über die Wertschätzung der Anwesenheit des Satgurus in unserem Leben aus, sowie über die Wertschätzung darüber, in der Situation zu sein, unmittelbar von ihm lernen zu können, über die Notwendigkeit des Gehorsams und über unsere Bemühungen, für eine innere Veränderung zu beten. Schließlich und endlich sollten wir lernen, uns selbst zu analysieren, um universelle Liebe zu erfahren, jedoch ohne das Urteilen des Verstandes.

Am Nachmittag hatte sich die Situation auf den Straßen beruhigt und Guruji führte uns auf unsere erste Tempel-Tour hier in Kanchipuram – der Ort hat den Beinamen ,Stadt der tausend Tempel‘.

Devi bittet uns darum, dass wir unsere tierischen Eigenschaften opfern

Wir besuchten zuerst den Kanchi Kamakshi Amman-Tempel, in welchem die Göttin Shakti verehrt wird. Es ist der wichtigste Tempel der Devi-Verehrung, der gleichzeitig auch das Leben von Adi Shankaracharya darstellt. Gemäß der Geschichtsschreibung ist dieser Tempel etwa 3.500 (!) Jahre alt und hat bereits sehr unterschiedliche Arten der Verehrung erlebt. Bis zum 8. Jahrhundert wurden dort Tieropfer und sogar Menschenopfer durchgeführt. Als Adi Shankaracharya hinkam, war er entsetzt darüber, denn ,alle sind die Kinder Devis. Wie können wir Ihre eigenen Kinder opfern? Tatsächlich bittet Devi uns darum, dass wir unsere uns innewohnenden tierischen Eigenschaften opfern.‘ Die Pandits akzeptierten zu dieser Zeit jedoch nicht Adi Shankaracharyas Worte. Deshalb überzeugte er sie, indem er ein Wunder mit einem Danda, einem Bambusstab vollbrachte. Da das Land bereits seit längerer Zeit unter Dürre gelitten hatte, sagte er, es würde in drei Tagen regnen und, dass sein Danda sich in einen blühenden Baum verwandeln würde. Da Adi Shankaracharya eine Inkarnation von Shiva war, geschah das Wunder wie vorhergesagt und diese Opferungen hörten auf. Devi wurde freundlich und es zeigte sich ein Lächeln auf Ihrem Gesicht. Sie öffnete auch Ihre Augen und erschuf vor der Deity das erste Sri Yantra, das je erschaffen wurde und das bis heute im Tempel zu sehen ist.

Danach besuchten wir den Ekambaranathar-Tempel, ein großer Tempel mit massiven Toren und von massiver Bauweise, der Shiva gewidmet ist. Überall befinden sich Shiva Lingas und da ist auch ein geweihter alter Mangobaum an der Stelle, an der Shiva und Parvati geheiratet haben. Wir erhielten den Darshan des geheiligten Paares und ebenso etwas Vibhuti und geweihtes Prasad. Der dritte und letzte Tempel, den wir heute besuchten, war der berühmte Varadharaja Perumal Kovil-Tempel, einen der am meisten geheiligten Plätze für Vaishnavas. Sri Ramanuja besuchte diesen Tempel und hielt sich darin auf. Vishnu und Seine Gemahlin Mahalakshmi erteilen hier Ihren Segen als Varadaraja Perumal und Perundevi Thayaar. Wir waren ein wenig spät dran für Arathi, deswegen beeilten wir uns beim Darshan. Durch Seine Gnade organisierte Guruji Mahaprasad in der Form von XL-Laddus für jedes Gruppenmitglied. Etwa um 21 Uhr kamen wir mit dem Bus zurück zum Hotel, um zu Abend zu essen und zu entspannen.

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