Gurupurnima ist einer der bedeutendsten Feiertage in der hinduistischen Tradition, das seit tausenden von Jahren gefeiert wird, und seit der Zeit von Vyasa (ca. 3000 vor Christus), auch Vyasa Purnima genannt wird.

Am 16. Juli 2019 versammelten sich zu diesem Anlass mehr als 1000 Anhänger von Paramahamsa Vishwananda in Shree Peetha Nilaya, um ihren Guru zu ehren.

Guruji erinnerte uns in Seiner Ansprache daran, dass Vyasa die Veden, die zu den wichtigsten Schriften in der hinduistischen Tradition gehören, zusammengestellt hat. Deswegen wird er an Gurupurnima gepriesen, zusammen mit allen anderen, die uns Wissen vermitteln und uns an etwas erinnern, das ewig ist.

In den Veden geht es darum, wie man leben muss und wie man das Höchste erreichen kann. Das ist nur möglich, wenn wir uns selbst erkennen. Deswegen kommt der höchste Herr selbst in Form des Gurus immer wieder zu uns, um uns an unsere Beziehung mit Ihm zu erinnern.

Paramahamsa Vishwanada sprach erneut über die Bedeutung der Anbetung der Füße des Meisters. Dies sei sehr wichtig, da die Füße des Meisters Seine ganze Essenz enthalten, Ihn selbst enthalten. Der Geist muss stets auf die Füße des Meisters gerichtet sein, nur so wird man demütig. Wenn wir aber stolz sind, können wir die Dinge nicht annehmen. Es ist eine Sache an sich zu denken, aber was wissen wir über uns, fragte Guruji. Wir kennen nur unseren Körper. Das, was tief in uns verborgen ist, das kann nur der Meister sehen und Er möchte dies zum Vorschein bringen. Das ist jedoch nur möglich, wenn unser Verstand auf die Füße des Meisters gerichtet ist. Es geht nicht nur darum zu sagen, ok, ich beuge meinen Kopf vor Seinen Füßen und das war es.

Guruji erzählte uns eine Geschichte aus dem Leben von Sri Rhagavendra Swami. Als er eines Tages an einem Feld vorbeikam, stand dort ein Schäfer mit einer Ziege. Als der Swami an dem Schäfer vorbei ging, verbeugte sich dieser vor ihm. Sri Rhagavendra war über die Einfachheit dieses Mannes so erfreut, dass Er ihn segnete: „Alles Wissen wird zu dir kommen“. Der einfache Mann war Analphabet und machte sich Sorgen, dass er die Schriften nicht lesen könne. Swamiji antwortete aber nichts, er segnete ihn und ging weiter. Wenige Tage später kamen Soldaten des Kaisers am selben Feld vorbei mit einem Schriftstück, dass der Schäfer lesen sollte, andernfalls würde er getötet werden. Zu seinem Erstaunen begann er, zu lesen, einfach so, automatisch. Sein Verstand konnte das nicht begreifen, aber er las und konnte alles verstehen. Da erinnerte er sich an den Segen von Sri Rhagavendra.

Guruji sagte, dass, wenn wir bereit sind, alles ganz mühelos zu uns kommen wird. So, wie es in der Natur funktioniert. Die Bienen beispielsweise, kommen automatisch zu der Blume, weil der Wind ihren Duft verbreitet. So fanden auch wir auf den spirituellen Weg, aufgrund des Duftes, den Sriman Narayana selbst ausgesendet hat. Er hat uns damit zu sich gezogen. Das tut Er, denn dies ist Seine Aufgabe, sagte Guruji, und unsere Aufgabe ist es, uns zu bemühen und anzustrengen, um zu erkennen, dass das, was Er für uns will, auch tatsächlich das ist, was wir im Leben brauchen. Das ist die Verschmelzung der göttlichen und der individuellen Welt und der Guru steht als Zeuge dafür. Wenn unser Geist zu sehr in der Außenwelt verankert ist, bildet sich eine große Lücke, die es wieder zu schließen gilt, aber mit Seiner Gnade ist alles möglich.

Paramahamsa Vishwananda betonte, dass wir auf dem spirituellen Weg, auf dem Weg der Hingabe, nur um eins bitten sollten – um die Gnade des Herrn. Wir sollen nach nichts anderem fragen, denn der Herr weiß, was für uns das Beste ist. Aber da in unserem Geist das Vertrauen fehlt, denken wir, dass wir alles selbst machen können. Und das ist der Fehler, den wir sehr oft begehen.

Guruji forderte uns auf, Gott zu erlauben, ein Teil von uns zu sein und die Kontrolle über unser Leben zu übernehmen. So wie Er bei Arjuna den Wagen gelenkt hat, sollten auch wir Ihm die Führung übergeben, weil Er das Ziel kennt.

Wir sollten unsere Hand in die Hand des Meisters legen und sicher sein, dass wir unser Ziel erreichen werden. Und wir sollen die Liebe um uns herum verbreiten, unabhängig davon, was andere über uns sagen, oder denken.

„Kontaminiere diese Welt mit Liebe, das ist die einzige gute Kontamination.“

Paramahamsa Vishwananda

16. Juli 2019, Shree Peetha Nilaya

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