6. September 2020

Paramahamsa Vishwananda hat während der diesjährigen Veranstaltung mehrere inspirierende Ansprachen gehalten, und wir möchten sie alle mit euch teilen!

TAG 1: ERÖFFNUNG DES JUST LOVE FESTIVALS

Jai Gurudev, allerseits!

Willkommen zum fünften Just Love Festival. Im Vergleich zu den vergangenen Just Love Festivals ist dieses ein wenig anders. Dennoch werdet ihr auch weiterhin genauso viel Spaß und Freude haben.

Vor allem müssen wir uns freuen und den Behörden dankbar sein, dass sie uns erlauben, überhaupt Just Love in kleinem Rahmen hier zu feiern. Es gibt so viele Orte, die immer noch in Lockdown sind, und die Menschen können sich immer noch nicht wirklich bewegen. Deswegen sollten wir uns freuen. Und wir müssen natürlich auch die Regeln befolgen, die wir aufgestellt haben. Vor allem in Bezug auf die Masken. Wenn ihr keine habt, werden wir euch 100 Euro berechnen!

Also, was soll ich sagen? Genießt es und seid glücklich.

Jai Gurudev, allerseits!

TAG 2

Jai Gurudev, allerseits!

Das ist der Segen und die Gnade von Giridhariji… Dieses Jahr werden wir das panchamrita nicht wie jedes Jahr an alle verteilen können, aber ihr werdet es später im prasad erhalten.

Eine Sache, über die ich nachgedacht habe: Schaut, wie schön das Wetter ist, wie barmherzig Er ist! Bei jedem anderen Just Love Festival hatten wir Regen. Dieses Jahr schaut Er mit seinen großen Augen nach uns.

Wisst ihr, es gibt diesen Begriff „Bhakta Vatsala“. Wenn wir die Lobpreisungen durchführen, sagen wir „Bhakta Vatsala“, [das bedeutet] Bhagavan Krishna, der sich um das Wohlergehen Seiner Devotees kümmert. Wenn wir das Leben von Lord Krishna betrachten, sehen wir, dass sein Leben nicht für Ihn selbst bestimmt war. Sein Leben war für andere da. Er war also selbst das Beispiel dieser Liebe. Er begehrte nichts um Seinetwillen. Was immer Er tat, war um der Liebe willen. Wenn wir Sein Leben analysieren, sehen wir, dass die lilas, die Er spielte, nur dazu dienten, Seine Zuneigung zu zeigen.

Jemand hat mir eine Frage gestellt. All die gopas und gopis, sie waren alle um Krishna herum, nicht wahr? Warum konnten sie Ihn also nicht als den Höchsten Herrn selbst erkennen? Das ist ganz einfach. Seht ihr, wenn sie Ihn als den Höchsten Herrn erkannt hätten, wären sie niemals in der Lage gewesen, diese Zuneigung zu Ihm zu empfinden. Es gäbe eine große Distanz. Wenn man weiß, dass jemand sehr hoch [im Rang] steht, entsteht automatisch eine große Distanz.

Krishna ist nicht hierher gekommen, um eine Distanz zwischen den Menschen zu schaffen. Er ist gekommen, um alle zu Sich zu bringen. Er wollte die Zuneigung aller. Er wollte, dass diese Beziehung sehr eng ist. Obwohl Er all diese lilas spielte, ließ Er Seine eigene maya auf alle einwirken, damit sie ganz schnell vergessen.

Krishna ist nicht hierher gekommen, um eine Distanz zwischen den Menschen zu schaffen. Er ist gekommen, um alle zu Sich zu bringen.

Stellt euch vor, jemand hebt acht Tage lang einen großen Berg… würdet ihr das vergessen? Schon ein kleines Problem in eurem Leben könnt ihr nicht vergessen, und dann steht jemand vor euch und hebt mit einem kleinen Finger einen Berg hoch, das würdet ihr nie vergessen können, nicht wahr? Aber dennoch haben sie es alle vergessen. Fünf Minuten später führten die gopis und gopas ihr Leben weiter. Warum, glaubt ihr, war das so? Glaubt ihr, dass Er sich nach Aufmerksamkeit gesehnt hat? Glaubt ihr, Er war auf der Suche nach Name, Ruhm und Ehre? Nein, danach hat Er nicht gesucht.

Er kommt als Erinnerung an die Liebe, die jeder tief in seinem Herzen trägt. Diese Liebe, die wir sehr oft nicht sehen wollen, weil sie uns Angst macht. Liebe ist sehr beängstigend. Jeder will lieben. Wie viele wagen sich wirklich in die Liebe hinein? Niemand will sich auf die Liebe einlassen, denn was wird man zuerst sehen? Du wirst dich fragen: „Was werde ich verlieren?“ Du siehst nicht, was du gewinnst. Du magst das Drama einer egoistischen Liebe. Du magst das Drama einer begrenzten Liebe. Doch die unendliche Liebe ist sehr schwierig. Dazu muss sich der Verstand völlig hingeben. Aber wie kann der Verstand sich hingeben, wenn er an so vielen Gedanken festhält? Hm? „Wie sollte mein Leben sein? Wie sollte ich sein? Wie muss alles sein?“

Seht, ihr seid in euren Gedanken sehr abgesondert. Es gibt so etwas wie Schubladen, wisst ihr. Jede Gesellschaft hat ihre eigene Schublade. Eure Eltern haben ihre eigene Schublade. Und du selbst hast deine eigene Schublade in deinem Verstand. Du siehst nicht, dass das Herz hier ruft. Kannst du das Herz hören? Nein, du kannst es nicht hören, weil du so sehr mit deinem Verstand beschäftigt bist, dass du es nicht wahrnimmst. Also kommt Bhagavan als eine Erinnerung an diese Liebe und sagt: „Schau, ich bin in deinem Herzen.“ Das ist die einzige Realität.

Die ganze Realität, die du mit dem Verstand wahrnimmst, all das zieht vorbei. Es ist wie ein Traum. Wenn Du in einem Traum bist, erscheint er dir so real. Du genießt deinen Traum zutiefst. Aber wenn du aufwachst, hält dieser Traum nicht weiter an. Wie wunderschön dieser Traum auch war, dauert er an? Er ist nicht von Dauer. Du weißt also sehr gut, dass wahres Glück nicht in dem liegt, was du denkst, aber dennoch sehnst du dich danach, du verlangst danach. „Wenn ich jetzt nicht glücklich bin, werde ich in meinem nächsten Leben glücklich sein.“ Du freust dich sogar auf ein nächstes Leben! Du planst bereits dein zukünftiges Leben, ohne zu wissen, was morgen sein wird.

Deshalb sagte Lord Krishna, dass man arbeiten soll, aber man soll sich nicht an das Ergebnis klammern, weil man nicht weiß, was das Ergebnis von dem ist, was man tut. Ihr mögt einen Plan haben, aber wenn Er anders entschieden hat, wird dieser Plan nicht so umgesetzt, wie er gedacht war. Wie oft in eurem Leben hattet ihr schon Projekte? Alle Arten von Projekten, nicht wahr? Für dieses Jahr hattet ihr großartige Projekte. Und dann sagte Bhagavan: „Okay, Covid kommt.“ Und eure Projekte haben sich geändert.

Erinnert euch deshalb stets an die Liebe. Erinnert euch ständig daran, warum ihr hier seid. Das Ziel eines jeden Menschen ist es, göttliche Liebe zu erlangen, nichts anderes. Das ist es, was ihr seid. In der Essenz seid Ihr das. Aber wenn ihr euch selbst beschränken wollt, dann werdet ihr nur die Begrenzung dessen sein, was ihr in eurem Verstand geplant habt. Doch Bhagavan erinnert euch ständig daran: „Wenn nicht in diesem Leben, dann in zahlreichen anderen Leben.“ Ihr seid ewig, wie Er ewig ist. Und eure Seele sehnt sich nur nach diesem spirituellen Leben.

Erinnert euch deshalb stets an die Liebe. Erinnert euch ständig daran, warum ihr hier seid. Das Ziel eines jeden Menschen ist es, göttliche Liebe zu erlangen, nichts anderes.

Dafür hat Er euch gesegnet, dafür hat Er euch gerufen. Laßt nicht zu, daß die Angst über euren Geist bestimmt. Laßt das, was ihr in euch tragt, erwachen, und vertraut darauf, dass Er euch gerufen hat. Er ist bereit, seine Zuneigung und Liebe auszuschütten, aber seid ihr auch bereit, sie zu empfangen? Das ist die Frage.

Ich führte ein Abhishekam durch und dachte: Ein Shaligrama ist Bhagavan selbst. Es gibt zwei Dinge, die man einfach aus der Natur nehmen kann und anbeten: das ist das Shaligrama und die Tulsi. Es ist nicht nötig, pranapratishta oder andere Rituale dafür durchzuführen. Aber für alles andere (Shiva-lingam, Devi-murti, alles sonstige) muss die pranapratishta durchgeführt werden, d.h. das Einfließen der Lebenskraft. Dieses Shaligrama selbst ist Bhagavan. Wir sagen, dass der Höchste Herr selbst darin ist. Ich habe mich deshalb gefragt: Wenn Er der Höchste Herr selbst ist und wir Ihn verehren, dann muss alles, was Ihn berührt, mit diesem glückseligen Zustand durchdrungen sein, der Er ist. Aber warum geschieht das nicht? Dazwischen gibt es eine große Barriere. Es ist dieser Verstand. Wenn wir uns jedoch im Herzen befinden würden, würde diese Explosion der Liebe sofort ihre Wirkung entfalten. Das ist eine Erinnerung daran, was Liebe ist. Liebe ist etwas, das immer weiter wächst, es gibt keine Grenzen für die Liebe. Es ist nicht die Liebe, wie wir sie hier verstehen, aber es ist etwas, das ständig wächst.

Beim satsang habe ich gesagt, dass wir uns den Ganges bei Gaumukh ansehen können, nicht wahr? In Gaumukh ist der Ganges sehr schmal. Aber dort, wo der Ganges in den Ozean mündet, in Sagar Ganges, ist er 40 Kilometer breit. Er ist wie ein Meer und heißt Sagar Ganges. Ähnlich ist es mit der Liebe in unserem Leben. Liebe fängt immer klein an, aber wir sollten der Liebe erlauben zu fließen. Auf diese Weise wird sie, während sie fließt, auf ihrem Weg wachsen. Aber wenn man dort eine Barriere errichtet, wie sie es bei Yamuna Maharani getan haben, dann wird man den Fluss stoppen. Lasst deshalb den Strom der Liebe, den ihr in euch tragt, fließen. Ihr wisst nicht, wie viele Jahre ihr noch habt. Denkt nicht, dass ihr viele Jahre habt, und ihr könnt es danach tun. Nein, der Moment ist jetzt.

Erlaubt Ihm, euch in eurem täglichen Leben zur Seite zu stehen. Wie Er der Wagenlenker von Arjuna war, so will Er auch euer Wagenlenker sein. Er möchte euch zu Sich bringen, denn ihr kommt von Ihm und ihr werdet dorthin zurückkehren, wo ihr hingehört. Ihr gehört nicht zu dieser Realität. So sehr ihr auch behauptet: „Ja, ich gehöre zu dieser Realität“, ihr macht euch damit selbst etwas vor. Ihr gehört zu Ihm, und früher oder später werdet ihr zu Ihm zurückkehren. Und die Wahl liegt bei euch, ob ihr schnell gehen wollt, wenn ihr diese Gnade jetzt habt, oder ob ihr noch länger warten wollt.

Jai Gurudev, alle!

Genießt das Just Love Festival. Und es ist lustig, man kann nicht wirklich tanzen. Aber lasst euer Herz tanzen. Das kann niemand wirklich aufhalten.

Giridhari Lal ki… Jai!

[soliloquy id=“9507″]

Fortsetzung folgt …

X