12. April 2020

LIVE FRAGEN & ANTWORTEN AUS DEUTSCHLAND
SHREE PEETHA NILAYA ASHRAM, 12. APRIL 2020

In diesem satsang beantwortet Paramahamsa Vishwananda Fragen über Gandhi und Gewaltlosigkeit, die Kontrolle der Sinne, was Gleichmut ist und den Umgang mit Eifersucht gegenüber denjenigen, die dem guru am nächsten sind.

 

Jai Gurudev, alle zusammen!

Dieses Jahr sind all die wunderbaren Zeremonien und Feste wegen Covid 19 sehr merkwürdig. Jeder muss sich einschränken, zuhause bleiben, Abstand halten und so weiter. Und heute ist Ostern, das hier normalerweise so viel Spaß macht. Am Ostersonntag können alle kommen und wir sind wirklich zusammen. Es ist also ein bisschen ruhig, sehr ruhig sogar. Es fühlt sich nicht nach Ostern an.

Doch wisst, es geht darum, dass man sich bewusst wird, Christus ist nicht in den äußerlichen Dingen, die wir tun. Christus ist das, was jedem von uns innewohnt. Natürlich zeigen wir gerne äußerlich unsere Dankbarkeit für diesen Meister, für das, was Er der Menschheit gegeben hat, wir zeigen gerne unsere Wertschätzung. Aber gleichzeitig ist das, was Er der Menschheit wirklich gegeben hat, nicht das, was wir im Äußeren sehen, was die Religion vermittelt, sondern Er hat der Menschheit im Inneren diese Verbindung, diese Beziehung mit Gott, gegeben. Denn ohne diese Beziehung mit Gott hat das Leben keinen Sinn. Dann geht das Leben immer gleich weiter. Das lässt einen auch erkennen, dass es an der Zeit ist, Ihn im Inneren zu finden, und wenn wir von der Auferstehung sprechen, dann sprechen wir vom Erwachen von etwas, das schlummert.

Wie lange wollt ihr noch schlafen? Wie lange werdet ihr noch untätig sein? Wie lange wird dieses Bewusstsein die gleiche Rolle im Kreislauf von Geburt und Tod spielen? Wie lange werdet ihr noch sagen: „Ja, ich bin ein gewöhnlicher Mensch in dieser Welt, ich bin nur ein normaler Mensch, der so durchs Leben geht, und das Leben geht weiter“? Ihr wisst schon – morgens aufwachen, essen, arbeiten, zurückkommen, schlafen, und die gleiche tägliche Routine geht so weiter. Die Tiere tun dasselbe, also ist kein großer Unterschied zwischen euch und einem Tier.

Die Seele muss handeln, wisst ihr. Als Christus Seine Jünger rief, rief Er alle auf, zu diesem Bewusstsein zu erwachen. Er sagte nicht: „Ja, ihr müsst niederknien … Nein, man muss ins eigene Innere eintauchen, in die Liebe! Das ist es, was Er gezeigt hat. Und wenn wir in dieses Bewusstsein erwachen, erwachen wir in diese Liebe, und das ist Ostern. Ostern ist dieses Erwachen. Es geht nicht nur darum, zu sagen: „Christus ist auferstanden“, und jeder antwortet: „Ja, Er ist wirklich auferstanden“, aber dennoch fühlt man nichts. Wenn wir sagen: „Christus ist auferstanden“, dann muss dieses Bewusstsein in eurem Inneren auferstehen. Diese Verwandlung muss stattfinden, sodass man wie der Meister wird, dem man folgt, der liebevoll und fürsorglich ist. Das Leben Christi dreht sich nicht um Ihn selbst, das wisst ihr. Er hat Sein Leben für die Menschen gegeben.

Jemand hat mir ein Video geschickt, auf dem man einige Leute sieht, die schreien: „Covid 19, ich befehle dir im Namen Jesu, geh weg!“ Nun, Covid ist immer noch da! Ihr seht, wie sehr die Menschen vom Äußeren getäuscht werden und im Äußeren nach Christus suchen. Sie reden über den Geist Gottes, aber seht – Gottes Geist wohnt in euch. Der guru und die Heiligen sind Erinnerungen an diesen Geist Gottes im Inneren, nicht diese Leute, die man im Fernsehen sieht, die schreien und sagen: „Oh ja, ich befehle dir im Namen Jesu, geh weg!“ Nein, sie sind nur hinter eurem Geld her, sonst nichts. Jemand schickte mir dieses Video, es ist wirklich lustig zu sehen, wie es selbst in dieser Zeit Menschen gibt, die hinter dem Geld der Leute her sind. Und dennoch werden die Leute so getäuscht, dass sie es nicht bemerken. Also, ich habe mir das gerade angesehen, es hat mich wirklich zum Lachen gebracht. Deshalb glaube ich, dass Christus für die jetzige Zeit gesagt hat: „Ja, ihr werdet Ostern nicht äußerlich feiern, ihr werdet Ostern im Inneren feiern, in dem Bewusstsein, dass Ich im Inneren erwachen muss, ihr müsst Mich in euch erwachen lassen“.

In der Gita sagt Krishna, dass wir, um den Verstand zu beherrschen, zuerst die Sinne beherrschen müssen. Wie sieht ein Mensch aus, der seine Sinne beherrscht, und woher wissen wir, wann wir unsere Sinne beherrscht haben?

Seht ihr, die Sinne zu beherrschen ist keine leichte Sache, denn wir gehen durchs Leben, und wir entwickeln Gewohnheiten. Unsere Sinne hängen an diesen Gewohnheiten, und natürlich steht man dann unter der Kontrolle dieser Gewohnheiten. Diese Gewohnheiten loszuwerden, ist sehr schwierig, denn wenn man bestimmte Dinge zur Gewohnheit macht, haftet man an ihnen.

Die Sinne sind an die materielle Welt, an die äußerliche Materie gebunden und dadurch denkt man: „Ja, das ist es, was mich glücklich macht“. Und das sagt man sich ständig! Wenn man sich von diesen Dingen im Äußeren täuschen lässt, denkt man: „Wenn ich das habe, werde ich glücklich sein. Wenn ich jenes habe, werde ich glücklich sein.“ Aber wie lange ist man wirklich glücklich? Man wird davon abhängig. Also fängt man an, bestimmte vasanas zu erschaffen, die einen festhalten, anziehen und nach unten ziehen. Und diese loszuwerden, kann sehr schwierig sein. Die Menschen hängen so sehr an den Dingen, dass es sehr schwer ist, sie loszulassen. Wie kann man das also steuern?

Man sollte lernen, im Leben bestimmte Versprechen abzugeben. Es geht nicht darum, dass jemand hinter einem herläuft und sagt: „Du musst dieses Gelübde ablegen“, nein, man muss dieses Gelübde sich selbst gegenüber ablegen. Gerade jetzt, an Ostern, haben einige Leute 40 Tage lang gefastet. Und was tun sie während dieser 40 Tage? Sie lassen Dinge los, die sie mögen, Dinge, von denen sie sagen: „Ja, das werde ich opfern“.

Und wieder – das Wort „Opfer“; gestern haben wir darüber gesprochen, und jetzt beschäftigen wir uns wieder mit dem Wort „Opfer“. Seht ihr, Opfer bedeutet: Ich lasse etwas los, das mir lieb und teuer ist. Das habe ich sehr oft gehört, wenn die Leute fasten. Sie sagen: „Ich lasse los…“. Nehmen wir an, jemand mag Schokolade, also: „Ich verzichte auf Schokolade bis Ostern“, und nach Ostern isst man wieder Schokolade wegen der Ostereier! (Dieses Jahr keine Ostereier, also … gut.) Wenn man ein bestimmtes Gelübde ablegt, nimmt man sich etwas vor und sagt: „Ich werde in diesem Bereich etwas loslassen“. Man sagt nicht: „Ich werde für immer aufhören“, nein, das wäre zuviel. Denn wenn man sagt, dass man mit irgendetwas für immer aufhören wird, dann lastet ein gewisser Druck auf einem selbst, so dass man es nicht schafft, das wirklich durchzuhalten.

Wenn man also ein Gelübde ablegt, bestimmte Dinge loszulassen, beginnt man langsam, so nach und nach. Testet euch einmal selbst, indem ihr sagt: „Ich werde das 10 Tage lang nicht tun.“ Auf diese Weise programmiert ihr euren Verstand so, dass ihr nur 10 Tage lang bestimmte Dinge, an denen euer Verstand so stark hängt, nicht tun werdet. Was geschieht dann? Ihr werdet automatisch versuchen, euch davon fernzuhalten. Nehmen wir an, jemand ist süchtig nach Zigaretten. Dieser Drang zum Rauchen wird geweckt. Aber weil man dieses Gelübde abgelegt hat, wird man alles tun, um diese 10 Tage durchzuhalten. Wenn man 10 Tage durchgehalten hat, fühlt man sich in seinem Inneren stärker und sagt: „Wenn ich es 10 Tage lang durchgehalten habe, kann ich es auch länger fortsetzen“. Dann kann man es also ohne Druck verlängern. Seht, ihr braucht keinen Druck auf euch selbst auszuüben, nein. Um diese Gewohnheiten, Bedürfnisse oder Wünsche zu beherrschen, verlängert man so lange, bis man sie wirklich loslassen kann.

Selbst wenn ihr das Gelübde gebrochen habt, geratet nicht in Panik, macht euch keine Vorwürfe und kritisiert euch nicht selbst. Fangt einfach wieder damit an! So baut ihr eine gewisse Disziplin gegenüber euch selbst auf. Auf diese Weise werdet ihr in der Lage sein, eure Sinne zu kontrollieren, und ihr werdet auch euren Verstand kontrollieren können.

Mahatma Gandhi setzte sich für Gewaltlosigkeit ein und wurde getötet. Auf der anderen Seite bat Krishna Arjuna zu kämpfen. War es ein Fehler von Gandhi, ahimsa zu befürworten?

Seht, eine Seite ist, dass wir in einer anderen Zeit leben. Stellt euch vor, Gandhi hätte die Menschen dazu aufgefordert, die Waffen zu erheben und zu kämpfen. Das hätte ein anderes Indien von heute geschaffen! Wir können Gandhi also nicht mit Krishna vergleichen. Krishna handelte entsprechend dem dharma. Und auch das, was Gandhi tat, war gemäß dem dharma von heute, versteht ihr? Hat Krishna also Arjuna zur Gewaltlosigkeit angehalten? Nein, das tat Er nicht! Seht, Arjuna tat, wozu er bestimmt war.

Diese Leute, die Kauravas, verstanden keine andere Sprache. Als Krishna als Bote zu ihnen ging, was taten sie? Duryodhana provozierte Ihn, provozierte Krishna! Und dann zeigte Krishna Seine kosmische Gestalt. Diejenigen, die Augen zum Sehen hatten, sahen, dass in Seinem kosmischen Körper alles enthalten war. Man konnte sogar sehen, dass die Kauravas schon getötet worden waren und dass die Pandavas in aller Stärke dastanden und bereits gesiegt hatten. All das war also zu sehen, aber aufgrund ihrer samskaras konnten die Kauravas nicht erkennen, wer Krishna war. Jene, die blind sind, wie könnten sie sehen? Sie werden niemals sehen! Was Krishna also wirklich tat, war das, was getan werden sollte.

Nehmen wir an, ein Soldat schützt sein Land auf einem Schlachtfeld. Glaubt ihr, dass er sich um sein dharma kümmern muss oder dass er sagen sollte: „Ich bin so traurig, dass ich den Feind, der in mein Land eindringt, töten muss“? Nein, der Soldat hat sein dharma, und das besteht darin, zu kämpfen. Daran erinnerte Krishna Arjuna: „Du bist ein Soldat, du bist kein Feigling, du bist nicht jemand, der weglaufen kann. Du bist ein mächtiger Soldat, dafür kennt man dich. Wenn du wegläufst, werden die Leute dich einen Feigling nennen.“ Und aus diesem Grund sagte Er, das dharma eines Soldaten ist es, zu kämpfen.

Warum hat Krishna in dieser Schlacht nicht gekämpft? Weil Er in einer Sekunde alles hätte auslöschen können. Selbst eine Sekunde ist zu lang. Deshalb kämpfte Er nicht in dieser Schlacht. Natürlich hatte Er die Kontrolle über alles. Das ist Sein dharma. Das dharma eines Soldaten ist zu kämpfen, vorwärts zu gehen, nicht vom Schlachtfeld wegzulaufen. Und das dharma von Gandhi war, Gewaltlosigkeit zu zeigen, diesen Frieden, und dass man Probleme auch ohne zu kämpfen lösen kann. Aber das ist ein anderer Kampf, versteht ihr? Dieser Kampf war für das dharma der Welt, des Universums. Gandhi kämpfte dafür, das dharma in sein Land zu bringen, denn das Land Indien gehört den Indern. Und dort ist jemand eingedrungen – was konnte man da tun? Durch Gewalt war es nicht möglich, denn Gewalt erzeugt noch mehr Gewalt.

So hat jeder sein eigenes dharma, und jeder hat seinen eigenen Weg. Wäre Gandhi ein Mann des Militärs gewesen, hätte er natürlich zu den Waffen gegriffen und gesagt: „Lasst uns kämpfen“. Damals gab es auch viele Freiheitskämpfer, viele Generäle, die zu den Waffen griffen und sagten: „Das ist die Sprache, die wir verstehen, unser dharma ist es, auf diese Weise zu kämpfen“. Aber Gandhi sagte: „Nein, mein dharma ist anders. Mein dharma ist Gewaltlosigkeit. Ich kann zeigen, dass ich auch durch Gewaltlosigkeit Frieden in dieses Land bringen kann.“ Und natürlich haben auch andere davon profitiert.

Um auf das Mahabharata und Krishna zurückzukommen: Es stimmt, dass Er immer wieder, also nicht nur einmal, sondern viele Male, sagte: „Arjuna, du musst kämpfen!“ Aber wisst – wenn die Menschen so sehr auf etwas Bestimmtes fixiert sind, dann verstehen sie das nicht. Sie sehen nur, „Oh, Krishna ist begeistert und sagt zu Arjuna ‚Kämpfe!‘“ Aber Krishna sagt zu einem Soldaten, er soll kämpfen. Er sagt nicht zu einem normalen Menschen, dass er kämpfen soll. Und Gandhi war kein Soldat, er war Anwalt und ging den Weg der Gewaltlosigkeit.

In Kapitel eins der Gita sagte Arjuna zu Krishna: „Ich will nicht kämpfen. Ich will diese Menschen nicht töten“. Aber Krishna sagte: „Nein, das ist dein dharma, du musst kämpfen“. Es ist nicht so, dass Arjuna plötzlich gewaltlos geworden wäre oder dass ihm auf dem Schlachtfeld klar geworden wäre: „Oh, meine Güte, ich bin ein gewaltloser Mensch“. Nein, er war ein Soldat, und Krishna erinnerte ihn ständig daran: „Du bist ein mächtiger Soldat, du hältst den Gandiva in der Hand. Auch wenn du Angst hast und umfällst, auch wenn dich deine Gedanken bedrücken, so musst du doch kämpfen. Als Soldat muss man kämpfen. Selbst wenn du im Kampf sterben musst, ist dies dein dharma.“

So hat jeder im Leben sein eigenes dharma, jeder kämpft mit seinem eigenen dharma, und wir schreiten im Leben in unserem eigenen dharma voran. Ein Arzt macht seine Arbeit als Arzt, ein Bankier macht seine Arbeit als Bankier, ein Politiker macht seine Arbeit als Politiker. Ihr seht, niemand kann das dharma eines anderen erfüllen. Deshalb sagte Krishna zu Arjuna: „Du musst kämpfen“, und Krishna sagte zu Gandhi: „Du bist ein gewaltfreier Mensch, du kannst einen Kampf nicht auf diese Art führen. Kämpfe einen anderen Kampf, kämpfe dafür, gewaltfrei zu sein“.

Ist es möglich, den Zustand des Gleichmuts zu erreichen und dennoch Glück, Liebe und Mitgefühl zu empfinden?

Aber ja. Glaubt ihr, wenn ihr den Zustand des Gleichmuts erreicht, werdet ihr unglücklich, deprimiert und lauft vor der Wirklichkeit davon? Nein, tatsächlich werdet ihr dann am freudigsten, denn in diesem Zustand der Glückseligkeit weilt das Göttliche. Es ist ein Zustand des … wir können nicht „Glück“ sagen, denn es ist eine fortwährende Entwicklung des Glücklichseins, es ist ein endloser Zustand des Glücks und der Freude – es ist also nicht unglücklich sein! Auch wenn wir über Liebe sprechen, haben wir hier eine Auffassung von Liebe, die begrenzt ist, aber wenn man diesen Zustand der Glückseligkeit erreicht hat, währt die Liebe ewig. Die Liebe wächst ständig und hat keine Begrenzung, das ist die Qualität der Liebe. Wenn wir über Liebe sprechen, ist das etwas, das sich in ständigem Wachstum befindet; diese Liebe wird nicht geringer. Also: Ja, man ist sehr glücklich. Und dieser Zustand der Glückseligkeit kann auf so viele Arten ausgedrückt werden. Er drückt sich nicht nur dadurch aus, dass man freudvoll und fröhlich ist. Man kann voller Freude sein und gleichzeitig weinen, Tränen der Freude, wisst ihr. Tränen der Freude bedeuten, dass man weint, und doch ist man glücklich. Manchmal sagen Menschen: „Ich weine, aber ich weiß nicht einmal, warum ich weine. Es gibt keinen Grund, warum ich weine; ich bin glücklich, aber ich weine.“

Ihr seht also, dieser glückselige Zustand hat nicht nur eine Seite. Wenn man sich im Zustand der Unwissenheit befindet, ist man unglücklich, man ist traurig, man ist deprimiert, man will auch anderen schaden, und wenn man sich im Zustand der Leidenschaft befindet, kümmert man sich um nichts, alles läuft, wie es laufen muss. Wenn man sich in einem sattvischen Zustand befindet, ist man fröhlich und glücklich. Doch wenn man sich im Zustand der Glückseligkeit befindet, kann man das nicht Glück nennen. Deshalb nennen wir es Glückseligkeit. Denn Glück braucht irgendetwas, es gibt einen Grund, warum man glücklich ist, man ist wegen etwas Bestimmtem glücklich. Es gibt das Warum, das Was und das Wie, diese drei Dinge. Aber im Zustand der Glückseligkeit gibt es diese drei Dinge nicht. Man ist nicht wegen irgendetwas glücklich, nein, man ist einfach glücklich. Und dieses Glück ist ein unbeschreibliches Glück; man kann nicht beschreiben, was in einem selbst geschieht. Deshalb ist es glückselig, es ist eine Seligpreisung; es ist der Zustand … ja, man lebt wirklich das Leben, für das man hierher gekommen ist.

Wenn wir sehen, dass Dir jemand viel näher steht als wir, und wir eifersüchtig werden, ist das nur das Ego oder ist es aus Liebe? Wie überwinden wir diese Eifersucht?

Ja, Menschen haben oft diese eifersüchtigen Gedanken und glauben, dass mir die Menschen, die mir physisch nahe stehen, sehr lieb sind. Nein, es ist nicht so, dass ich sie mehr liebe. Vielleicht ist der Ausdruck der Liebe ihnen gegenüber anders als bei den Menschen, die mir nicht nahe sind, aber die Liebe ist dieselbe. Es ist nicht so, dass ich diese Menschen mehr liebe und andere Menschen weniger, nein. Für mich ist die Liebe die gleiche, aber wer kann sie empfangen? Jeder empfängt sie anders. Diejenigen, die mir nahe sind, empfangen sie auf unterschiedliche Weise.

Es ist nicht so, dass sie etwas Besonderes für mich wären oder dass sie mir näher stünden, nein! Es gibt viele Menschen draußen, die nicht hier im Ashram sind, die mir sehr nahe stehen.

Lasst euch also nicht von diesen Dingen im Äußeren täuschen, indem ihr denkt, dass mir die Menschen, die mir physisch nahe sind, sehr nahe stehen. Und einige Leute, die mir nahe standen, standen mir auch eine Zeit lang nahe, und dann sind sie verschwunden. Warum, glaubt ihr, ist das so? Manche Menschen, die mir nahe stehen, sind weit weg, sie haben mich noch nie getroffen, aber im Inneren fühlen wir diese Beziehung, diese Verbindung. Das ist so. Es ist natürlich eine normale Reaktion, dass man, wenn man Menschen sieht, die dort sind, wo man auch sein möchte, eine gewisse Art von Eifersucht verspürt. Aber man sollte keine Eifersucht empfinden, denn die Menschen, die mir physisch nahe sind, können mit mir umgehen, und deshalb sind sie mir nahe. Sehr oft denkt man: „Ja, ich kann mit dem guru umgehen“. Lasst euch davon nicht täuschen, denn ich bin sehr kompliziert.

Zum Umgang mit dem Meister: Je näher man dem Feuer ist, desto mehr spürt man die Hitze! Wenn man die Menschen fragt, die mir nahe sind – sie kennen das. Sie sind mir deshalb nahe, weil sie damit umgehen können. Wenn sie nicht damit umgehen könnten, würden sie mir nicht nahe sein. Das ist der Grund.

Jai Gurudev!

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