Just Love Festival im Ashram
Shree Peetha Nilaya, 14. Juli 2019

Auf dem jährlichen Just Love Festival erklärte Paramahamsa Vishwananda die tiefere Bedeutung von „Prem“ und dass diese wahre göttliche Liebe ewiges Glück ist und immer weiter wächst.

Jai Gurudev,

Es war schön, euch alle „Prema Sagai“ singen zu sehen. Wisst ihr, Prem ist etwas, das ewig ist, das niemals endet und das ständig wächst.

Wenn wir diese Welt betrachten, sehen wir, dass alles von vergänglicher Dauer ist. Du hast Menschen, denen du in deinem Leben begegnest, und du denkst, dass sie immer bei dir bleiben werden, wie deine besten Freunde und so weiter. Aber wenn du jetzt auf dein Leben zurückblickst, ist alles vorbei, oder? Von wie vielen besten Freunden hast du erwartet, dass sie bei dir bleiben würden? Wie viele sind noch bei dir? Es ändert sich ständig, nicht wahr? Krishna sagt, das ist die einzige Realität: Veränderung. Aber Prem ist etwas, das für immer ist. Siehst du, wenn du an etwas festhältst, das begrenzt ist, wirst du begrenztes Glück haben. Aber wenn du an etwas festhältst, das ewig ist, wirst du ewiges Glück haben.

Ihr mögt sagen: „Wie können wir an etwas Ewigem festhalten, wenn wir es nicht kennen?“ Der begrenzte Verstand kennt es nicht, aber der göttliche Verstand kennt es. Darum hast du tief in dir diese beiden Persönlichkeiten, die ständig kämpfen. Du hast deinen individuellen Willen, das Ego, das sagen will: „Ja, ich habe die Kontrolle, ich denke, ich kann alles bewirken“, und dann hast du den göttlichen Willen im Inneren, der geduldig darauf wartet, dass du erwachst, dass du ihn realisierst. Und das ist es, wofür dieses Prem steht: den Göttlichen Willen übernehmen zu lassen. So wie Er der Wagenlenker von Arjuna war, lässt auch du Ihn zu deinem Wagenlenker in deinem Leben werden.

Aber dafür musst du Ihm vertrauen. Du kannst nicht sagen: „Ja, ich gebe mich Dir hin, aber dennoch halte ich an meinem eigenen Willen fest“. Es ist so, als ob du ein Geschenk machst, aber du hältst es immer noch teilweise fest. Oder du verschenkst etwas und sagst: „Ich werde dir sagen, wie du es anschließend zu benutzen hast.“ Natürlich, bei allem, was du gibst, wird es auch Anweisungen im Inneren geben. Diese Anweisungen kommen zusammen mit dem Guru. Es gibt ein kleines Schriftstück im Inneren, das dich anleiten wird, wie du Ihn erreichen kannst, wie du etwas Ewiges erreichen kannst. Und dieser ewige Teil von dir sehnt sich nach etwas Ewigem.

Ihr habt so freudig „Sri Radhe“ gesungen, und Radha steht für diese Sehnsucht. Warum kann dich nichts auf dieser Welt zufrieden stellen? Ihr erlangt eine kurzzeitige Zufriedenheit, und dann sagt ihr: „Ja, ich bin glücklich.“ Dann blickt ihr zurück: „Welches Glück habe ich gewonnen? Bin ich wirklich glücklich?“ Du schaust dir dein Leben an und bist immer noch unglücklich. Aber hier, ihr Devotees seid glückliche Menschen. Devotees haben etwas Großartiges in sich, etwas Besonderes ist erwacht. Dieser Teil ist in jedem, aber er schläft und wartet. In dem Moment, in dem du anfängst, den göttlichen Namen zu singen, erweckt Er ihn.

Wisst ihr, wir sagen, ja, wir können Gott lieben, aber wir kennen Ihn nicht. Oft hört man: „Hast du Gott jemals gesehen, dass du Ihn lieben kannst? Woher weißt du, dass Er da ist?“ Es bedarf eines gewissen Glaubens, damit man sagen kann: „Ja, Er ist da. Wir haben Ihn nicht gesehen, aber es gibt Menschen, die Ihn gesehen haben.“ Und du vertraust dem, was sie gesagt haben. Wenn Gott für jeden zugänglich wäre, würdest du Ihn nicht schätzen. Du würdest dich nicht nach Ihm sehnen. Deshalb versteckt Er sich tief im Inneren. Nur wenn ihr euch wirklich nach Ihm sehnt, wird Er von innen heraus springen. Und manchmal wird Er euch Prüfungen unterziehen. So viele Prüfungen in eurem Leben, ihr wisst es!

Die Geschichte von Karna

Sehen wir uns zum Beispiel die Geschichte von Karna an, bis ans Ende seines Lebens stellte Bhagavan Krishna ihn ständig auf die Probe. Auch nachdem er von Arjunas Pfeilen durchbohrt war und auf dem Schlachtfeld zum Sterben zurückgelassen wurde, wollte Lord Krishna ihn noch immer auf die Probe stellen. So verwandelte sich Krishna in einen Brahmanen und ging, um Karna um Almosen zu bitten.

Karna war sehr berühmt, weil er sehr mildtätig war. Er gab immer. Also wollte Krishna ihn testen, um zu sehen, ob er noch immer geben würde, sogar in so viel Schmerz und im Sterben liegend. Nun, Karna hatte Goldzähne. Heutzutage hat jeder Goldzähne, wisst ihr; stellt euch vor: es war 5000 Jahren her und sie sprachen schon von Goldzähnen! Es ist nichts Neues. So verkleidete sich Bhagavan Krishna als Brahmane und Er ging zu Karna und sagte: „Karna, Bhiksham Dehi! Gib mir etwas. Gib mir ein paar Almosen.“

Und Karna sagte: „Ich habe nichts bei mir. Ich sterbe. Was willst du, ein paar Pfeile?“

Er sagte: „Nein, nein, nein, nein, du hast Goldzähne. Die will ich haben.“

Ohne nachzudenken nahm Karna seinen Dolch, nahm einen goldenen Zahn heraus und übergab ihn dem Brahmanen. Als er ihn übergab, kam natürlich Blut und alles andere heraus, also sagte der Brahmane: „Nein, ich kann das nicht annehmen. Es ist Blut daran. Du kannst mir nichts Schmutziges geben.“ Heutzutage gibt es Leute, die Dinge erst benutzen, und sie dann verschenken. Damals nicht, man musste etwas Vollständiges geben, weißt du. Also sagte Er nein. Sogar darin stellte Er Karna auf die Probe, um zu sehen, was er tun würde. Also, mit der letzten Kraft, die er noch hatte, nahm er einen Pfeil und schoss ihn in den Boden und eine Quelle sprudelte heraus. Dann wusch er den Zahn und übergab ihn dem Brahmanen. Und Krishna war so zufrieden mit ihm. Sogar noch im Sterben stellte Er ihn auf die Probe, aber Karna brach niemals sein Wort. Er gab Ihm den Zahn, Krishna nahm sein Aussehen wieder an und offenbarte ihm, dass es Krishna selbst war, der ihn getestet hatte.

Wir kennen Lord Krishna. Im Mahabharat-Krieg offenbarte Er Arjuna Seine kosmische Form, Seine höchste Form, die niemand bisher gesehen hatte, und eigentlich offenbarte Er sie auch Sanjaya, denn Sanjaya hatte auch diese Vision, weil er sie dem blinden König beschrieb. Und es gab eine dritte Person, die ebenfalls diese Vision hatte, und das war Karna. Bevor er starb, gab ihm Krishna diese höchste Vision Seines wahren Selbst, Seines kosmischen Selbst. Er ist immer Sein Kosmisches Selbst, aber Karna hatte ebenfalls diese Vision.

Seht ihr, wir sind auf ewig mit Ihm verbunden. Ihr habt eure Beziehung zu Ihm vergessen, aber Er vergisst nie Seine Beziehung zu euch. Das ist der Grund, warum wir, wenn wir Ihn ansprechen, Ihn als „Prem“ ansprechen. Weil Seine Beziehung zu jedem Einzelnen ewig ist. Ihr wart mit Ihm zusammen, ihr seid mit Ihm zusammen und ihr werdet mit Ihm zusammen sein. Ihr könnt Millionen von Leben brauchen, aber weil Er ewig ist, wird Er auf euch warten.

Nun stellt sich die Frage: Habt ihr Ihn jemals gesehen? Ihr habt gehört, dass Millionen von Menschen nach Pandharpur gehen. Varkari, nicht wahr? Millionen von Menschen gehen zu Fuß, um nur einen Blick auf Panduranga zu werfen. Genau wie am Freitag, da hatten wir Ekadashi, also gehen sie zu Fuß dorthin, nur um einen Blick auf Panduranga zu werfen. Es sind so viele Menschen, dass sie nicht alle hineingehen können; sie werden nur den Darshan des Kalash haben, der oben auf dem Tempel steht, und dann werden sie wieder nach Hause gehen.

Es gab einen Reporter, der einen alten Mann interviewte, und er sagte zu dem alten Mann: „Wie alt bist du?“

„Ich bin 65 Jahre alt.“

Und der Reporter sagte: „Warum kommst du auf diese Weise nach Pandharpur?“

Er sagte: „Ich liebe es, seit ich mit 15 Jahren hierher kam. Also komme ich seit 50 Jahren hierher.“

Und der Reporter sagte: „Hast du Vitthala jemals gesehen?“

Der Mann sagte: „Nein, ich habe Ihn nie gesehen.“

Dann sagte der Reporter: „Woher weißt du, dass Er existiert?“

Dann sagte der alte Mann: „Weißt du, in unserem Dorf halten wir Hunde. Wir halten uns keine Hunde wie ihr Leute euch Haustiere haltet, wisst ihr, aber wir halten Hunde aus Sicherheitsgründen. Also, im Dorf gibt es etwa 20 Hunde und es ist sehr wirkungsvoll.“

Also sagte er: „Siehst du, wenn ein Dieb kommt, wird ein Hund bellen. Was wird passieren? Alle anderen 19 Hunde werden auch bellen.“ Dann sagte er: „Diese 19 Hunde haben den Dieb nicht gesehen, oder? Nur einer hat ihn gesehen. Aber das Vertrauen, das sie in diesen einen haben, lässt sie alle bellen. Auch wenn sie es nicht gesehen haben, vertrauen sie ihm. Genauso vertraue ich also auf Sant Dnyaneshwar, ich vertraue auf Tukaram Maharaj, ich vertraue auf Namdev Maharaj. Sie haben Ihn gesehen. Sie haben sich mit Ihm unterhalten. Sie haben mit Ihm gesprochen. Sie waren Seine Freunde. Ich vertraue auf sie, auch wenn ich Ihn nicht gesehen habe. Aus diesem Vertrauen heraus weiß ich, wenn Er will, dass ich Ihn sehe, werde ich Ihn eines Tages sehen.“

Wenn Hunde das können, was bist du dann? Du bist ein Mensch; du kannst lernen, zu vertrauen. Das sollte natürlicherweise in dir sein. Aber das Problem ist, dass dein Verstand immer noch begrenzt ist. Der Verstand denkt immer noch: „Ja, ich bin großartig und alles dreht sich nur um mich.“ Wenn sich das ändert und Er derjenige ist, um den sich deine Gedanken drehen, wenn deine Gedanken mit dem göttlichen Namen gefüllt sind, dann wird die Transformation stattfinden. Dann wird dieses Prem in dir erwachen. Das ist dann „Prema Sagai“. Das ist diese Beziehung, diese ewige Beziehung, die wir alle mit Ihm haben.

Wie ich schon sagte, es ist wunderbar, alle singen und tanzen zu sehen. Gestern sang Prabhuji: Seid glücklich, ohne euch auf etwas Unbedeutendes zu fokussieren. Siehst du, alles, was unbedeutend ist, bleibt immer unbedeutend. Es ist nur von kurzer Dauer. Sobald der Effekt beendet ist, ist das Glück verschwunden und das Problem ist immer noch da; es ist nicht verschwunden. Wenn du aber wirklich glücklich bist, den göttlichen Namen zu singen, erinnerst du dich, dass du glücklich bist, und das Problem ist verschwunden. Das, worauf du deinen Geist konzentrierst, wird zu deiner Realität. Wenn du deinen Verstand auf dein Problem richtest, wird dies deine Realität sein. Dem kannst du nicht entkommen. Aber wenn dein Verstand auf den Herrn selbst gerichtet ist, dann wird Er deine Realität. Diese Wahl musst du in deinem Leben treffen, und wenn es von deiner Seite kommt (dass du deinen Geist Gott zuwendest), dann wirst du sehen, wie Er zu dir gerannt kommt.

Also, ich wünsche euch allen, dass ihr glücklich seid. Wisst ihr, vorhin haben wir im Food Court gesungen, und es war so wunderbar, all die glücklichen Menschen zu sehen. Bringt also dieses Glück zu all den Orten, an denen ihr seid, und verbreitet es. Denn Glück ist eine Sache, die man nicht für sich behalten kann. Du wirst es automatisch reflektieren. Die Leute werden dich sogar fragen, warum du glücklich bist. Wurde dir diese Frage schon einmal gestellt? „Warum bist du glücklich?“ Weißt du, viele Leute haben mich gefragt. Noch letzte Woche im Flugzeug, als wir von Lanzarote zurückkehrten, sagte die Hostess: „Sie sind ein sehr glücklicher Mensch“. Ich sagte: „Ja, ich bin glücklich, aber… schau dir dieses Flugzeug voller Menschen an, sie kommen aus dem Urlaub zurück. Sie sollten glücklich sein.“ Sie hatten einen schönen Urlaub, aber sie waren unglücklich. Seht ihr, die Leute arbeiten das ganze Jahr, um zwei Wochen Urlaub zu bekommen, und was machen sie mit diesen zwei Wochen Urlaub? Trinken, feiern, sich an nichts erinnern. Und dann, wenn sie wieder zur Arbeit gehen, „Hattest du einen schönen Urlaub?“

„Ja.“

„Was hast du gemacht?“

„Ich erinnere mich nicht.“

Das ist die Mehrheit der Menschen. Die meisten von euch haben das sicherlich auch getan. Bis Er in eurem Herzen erwachte und sagte: „Oh, du gehörst zu Mir, komm zurück!“

Also hat Er euch hergebracht. Wir denken, dass alles in unseren Händen liegt und dass wir alles unter Kontrolle haben. Nichts ist in unseren Händen. Es liegt alles in Seinen Händen. Ihr werdet es vielleicht nicht wahrnehmen, aber in Wirklichkeit ist Er derjenige, der alles tut, besonders im Leben des Devotees. Für diejenigen, die sich Ihm hingegeben haben, übernimmt Er die Kontrolle. Das bedeutet nicht, dass dein Leben wunderbar sein wird, nein. Weil Er will, dass du alles beendest. Er möchte, dass du mit Maya fertig wirst, mit allem, damit du für immer bei Ihm sein kannst. Man kann sagen: „Okay, das sind nur Worte“, aber viele sind diesen Weg gegangen. Viele haben sogar Beweise dafür. Und wenn du das Bhagavatam liest, siehst du, wie Er sich um alle Seine Devotees kümmert.

Vielleicht seht ihr es nicht, aber Er ist da. Vertraut also immer darauf, dass Er bei euch ist, was immer ihr tut.

Jai Gurudev!

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