14. April 2020

LIVE FRAGEN & ANTWORTEN AUS DEUTSCHLAND
SHREE PEETHA NILAYA ASHRAM

In diesem satsang beantwortet Paramahamsa Vishwananda Fragen über Dogmatismus, über Abtreibung, Fragen über das Einhalten früherer Verpflichtungen und darüber, ob Gott sich langweilt, wenn Er unter den Menschen inkarniert.

 

Jai Gurudev, alle zusammen! Willkommen zurück!

Heute schickte mir jemand ein Bild per Handy, worauf der Teufel und Gott zu sehen sind. Der Teufel sagt zu Gott: „Siehst Du, mit Covid 19 habe ich all Deine Kirchen geschlossen.“ Und der Teufel ist sehr glücklich darüber. Aber auf der anderen Seite antwortet Gott: „Ja, du hast all Meine öffentlichen Kirchen geschlossen, jedoch habe Ich in jedem Haus eine neue eröffnet!“

Das ist wirklich süß und zugleich lustig, denn es ist wahr! Es gibt eine Kraft da draußen mit einem Verstand, der alles kontrolliert, das ganze System, sogar die Religion selbst. In einer Kultur, die es hier in Europa seit Tausenden von Jahren gibt, sieht man, dass sie überall alle Feierlichkeiten und alles unterbinden. Das bringt einen auf den Punkt, was die Weisen immer gesagt haben: „Alles ist in euch. Ihr seid der Tempel Gottes, und zuerst müsst ihr Ihn in euch finden.“ Das brachte mich dazu, über das Bild nachzudenken. Gott hat gesagt: „Okay, gut. Du hast die Kirchen geschlossen, die Gebäude, aber kannst du den Glauben der Menschen ändern?“ Äußerlich kann man etwas einschränken, man kann etwas ändern, aber im Inneren der Menschen? Dort kann man es nicht einfach so ändern. Das lässt mich an das Gesamtbild denken, von dem auch die Weisen sagen, und auch Lord Krishna sagt es in der Bhagavad Gita, dass alles in dir ist und dass du nach innen eintauchen musst, um dich wieder mit dem zu verbinden, was du wirklich bist.

Es ist erstaunlich, wie viele Menschen in dieser Zeit wieder zu sich selbst zurückfinden und auch Fragen stellen wie: „Ist das alles? Ist es einfach nur das Leben, das ich gelebt habe?“ Wenn wir uns anschauen, wie die Welt vor der Ausgangssperre war, sehen wir, dass es einen solchen Ansturm auf die Welt gab. Ich erinnere mich an die satsangs davor, als ich sagte, wenn man sich ansieht, wie die Welt ist, dann sieht man einen solchen Ansturm auf alles. Die Leute sind beschäftigt. Man muss mit diesem und jenem konkurrieren, man ist geschäftig, in Eile, ununterbrochen. Wer hätte gedacht, dass du jetzt die ganze Zeit zu Hause sitzt und nicht einmal hinausgehen kannst, verstehst du?! Nein, zu Hause sitzen!

Ich erinnere mich, dass die Leute anfangs sagten: „Oh du meine Güte, das ist schrecklich, wie werden wir damit umgehen?“ Als ich den Leuten sagte, dass ich mich in Shree Peetha Nilaya in Selbstquarantäne begeben werde, sagten die Devotees hier: „Nein, das brauchst Du nicht.“ Ich sagte: „Doch, schaut, ich habe alle, die aus Indien gekommen sind, gefragt, und sie müssen in Quarantäne gehen. Und ich werde das auch machen, egal was passiert.“ Und jedes Mal fragten die Devotees: „Geht es Dir gut in Quarantäne?“ Selbst gestern rief ich einige Devotees an, und sie sagten: „Swamiji, geht es Dir gut in Quarantäne? Wie ist es für Dich, in Quarantäne zu sein?“ Ich sagte: „Nun, es ist gut. Ich genieße es. Es ist nichts Schreckliches. Es ist schön, wirklich.“

Eine andere Person stellte ebenfalls eine Frage: „Swamiji, in Vrindavan bist Du anders, freudiger, und hier in Deutschland bist Du strenger“, oder wie auch immer. Aber schau, an jedem Ort bin ich anders. Es stimmt, in Vrindavan ist es völlig anders, ich glaube es ist wohl die Energie von Krishna. Und wenn ich auf Mauritius bin, bin ich auch anders. Aber wenn ich nach Deutschland komme – das Wort „Deutschland“ trägt eine starke Energie in sich, sodass es mich auch anders macht. Das ist tatsächlich wahr. Denn ich habe es an mir selbst bemerkt, wenn ich reise, zum Beispiel auf einer Pilgerreise, dann bin ich ein anderer Mensch. Aber in dem Moment, in dem ich hier in Deutschland gelandet bin, werde ich… na ja, da ist eine gewisse Strenge, und die ganze Stimmung ändert sich. Aber das hat nichts mit mir zu tun, ich bin, wie ich bin, aber überall muss man anders sein. Das ist also der Grund. Ich habe darüber nachgedacht, es hat mich eigentlich zum Lachen gebracht. Es ist, als ob sich die Leute in ihren eigenen vier Wänden anders verhalten, und wenn sie in die Öffentlichkeit gehen, sind sie ein anderer Mensch. Man hat eine Vielzahl von Persönlichkeitsanteilen in sich, die man zum Ausdruck bringt. Wo immer man auch ist, man muss sich darauf einstellen. Es ist so. Und, natürlich, Vrindavan ist Vrindavan, wie ich sagte, es ist anders. Und um das zu erfahren, muss man selbst einmal dort sein und es erleben.

Ich habe mit meiner Tante gesprochen, Swamini Pragatishwari, die dort in Vrindavan festsitzt. Es war ihr erstes Mal in Vrindavan, sie wollte kommen, und ich sagte zu ihr: „Bitte, komm zum Holifestival“, und sie kam zu Holi. Und natürlich konnten von allen, die wegen Holi kamen, einige abreisen, aber einige sitzen dort fest, weil das Land abgeriegelt wurde. Ich glaube, Bhagavan liebt sie so sehr. Auch Swami Paranthapa hatte vor, das Land zu verlassen, so wie viele andere es auch planten. Aber du hast deinen Plan und Er hat Seinen Plan. Er sagte: „Ihr seid zu mir gekommen, jetzt möchte Ich euch hier behalten“, also hat Er sie dort behalten.

Was ist Dogmatismus und wie tappen wir nicht in die Falle des Dogmatismus? Und was ist der Unterschied zwischen Dogmatismus und totaler Entschlossenheit auf dem spirituellen Weg?

Dogma bedeutet, eine bestimmte Vorstellung von den Dingen zu haben. Man hat eine bestimmte Vorstellung und ist so darauf fixiert, dass man nichts anderes mehr als nur diese eine Vorstellung wahrnehmen will. Die dogmatisch sind, werden sehr fanatisch in ihren Ansichten. Ob sie nun wissen, dass sie recht haben oder unrecht, ob es real oder nicht real ist, das spielt für sie keine Rolle. Denn sie denken, dass diese Idee das einzig Wahre ist, und sie sind davon so angetan, dass sie diese Idee zum Lebensmotto gemacht haben. Wenn man eine Idee zum Lebensmotto macht, wird man darin dogmatisch. Man betritt einen sehr engen Weg, auf dem man nichts wahrnimmt. Man ist für nichts anderes mehr offen. Nur deine Idee, dein Weg, dein Verständnis ist richtig. Und du wirst kämpfen, du wirst töten, du wirst alles wegen dieser Idee tun.

Das hat nichts mit der Wirklichkeit zu tun, denn diese Idee ist im Kopf und sie ist wie ein Gedanke. Es ist eine Einbildung. Es ist eine Form von Schwingung, nur ist sie im Verstand. Auch der Intellekt erschafft diese Realität. Du hast den Intellekt, du hast den Verstand, der aufgrund deines Glaubens auf eine bestimmte Vorstellung von den Dingen fixiert ist, und er ist so stark darauf fixiert, dass sie zu deiner Wirklichkeit wird, und du siehst nichts anderes mehr als das. Du kannst das nicht übertreffen, denn das ist es, was dir ein gutes Gefühl gibt. Du glaubst, dass du darin glücklich bist, und du fühlst dich bedroht, wenn ein anderer diese Idee in Frage stellt. Weil du dir nicht wirklich sicher bist, ob du recht hast oder nicht. Warum, glaubst du, kämpfen die Menschen für ihre Dogmen?

Wenn wir über Dogmen sprechen – es gibt viele Arten von Ideen. Sehr oft sieht man sie in der Religion und die Menschen kämpfen für diese Idee. Denn wenn du dich bedroht fühlst, schwankt dein Glaube. Und ein schwankender Glaube ist nicht unerschütterlich! Dann wird dir klar: „Ist es wirklich so, dass ich daran glaube oder nicht?“ Wenn etwas deinen Glauben erschüttern kann und dich zum Nachdenken anregt, dann wird dir klar: „Hoppla, dafür muss ich kämpfen. Nein, ich sollte nicht verunsichert werden.“ Deshalb können wir das sehr oft in der Religion beobachten. Das ist es, was dort dargestellt wird, dieser Kampf, der verunsichert. Weil der Glaube schwankend ist, muss man für seine Ideen kämpfen, ob man nun kämpft, ob man tötet oder was auch immer. Wir haben die Religion im Laufe der Geschichte gesehen und was da aufgrund von Dogmatismus geschehen ist. Das ist es, was der eigene Geist bewirkt. Man ist so auf etwas fixiert, dass man nicht offen für alles ist. Wenn wir zum Beispiel über Gott sprechen – Dogmatiker haben einen Gott, der nur eine Idee ist, auf die sie fixiert sind.

Nun zum zweiten Teil der Frage: Totale Entschlossenheit. Wenn wir uns diesen Weg ansehen, wenn man in Bezug auf etwas entschlossen ist, wird man nicht dogmatisch, sondern ist offen. Nehmen wir an, ein Wissenschaftler will eine bestimmte Lösung finden, er ist dabei offen für das Scheitern. Das Ergebnis, das er dir am Ende gibt, ist genau das, was er erreicht hat. Doch wenn ein Wissenschaftler dogmatisch ist, und nicht offen für das Scheitern, wird er nie etwas erreichen, denn wenn sein Experiment zum ersten Mal fehlschlägt, wird er aufhören. Es ist wie bei einem Kind, das Fahrrad fährt. Wenn das Kind das erste Mal Fahrrad fährt, wird es mit Sicherheit hinfallen. Stelle dir vor, das Kind würde sagen: „Okay, ich bin hingefallen, ich habe mich verletzt, ich lasse es. Ich werde nie wieder Fahrrad fahren“, oder: „Ich werde nie wieder gehen.“ Würde das Kind gehen lernen? Würde das Kind je wieder Fahrrad fahren? Nein. Aber das Kind denkt nicht auf dieselbe Weise. Das Kind ist offen für Möglichkeiten, offen für andere Dinge. „Okay, einmal bin ich hingefallen, also werde ich es wieder versuchen, auch wenn ich wieder hinfalle.“ Die Offenheit für andere Realitäten, für andere Möglichkeiten, macht Platz für etwas anderes. Du hast ein Ziel, du willst es erreichen, und du bist offen für das, was du erreichen willst.

In Kapitel 12, Vers 2 der Bhagavad Gita sprach Krishna: „Diejenigen, die sich Mir mit Glauben hingeben, erreichen Mich.“ Er sagte: „Ich betrachte diejenigen, die Hingabe haben, als die Erhabensten im yoga, aber diejenigen, die sich Mir mit Glauben hingeben – das ist es, was wichtig ist.“ Aber in den nächsten Versen, Kapitel 12, Verse 3 und 4, sagte Er: „Aber diejenigen, die Mich verehren, die Mich als den Allgegenwärtigen, den Unbeweglichen, den Unveränderlichen, mit dem Verstand Unerreichbaren, den Undenkbaren und so weiter kennen, diejenigen, die Selbstbeherrschung haben, die ihre Sinne kontrolliert haben, und diejenigen, die Gleichmut haben, die jeden und alles in gleicher Weise sehen, die kommen auch zu Mir.“ Du siehst also, hier hat Bhagavan gesagt: „Zuerst schätze Ich diejenigen, die Mich verehren, die große Hingabe an Mich haben, die Mich in einer Form anbeten, weil der Verstand eine Form begreifen kann, sie kommen zu Mir.“ Aber Er schließt diejenigen nicht aus, die Glauben an Ihn haben, sowie diejenigen, die Ihn in einer allgegenwärtigen, unmanifestierten Form verehren. Er sagte: „Auch sie werden zu Mir kommen.“ Die Möglichkeit, die Er eröffnet, ist nicht: „Nur eine Art von Menschen kann zu Mir kommen.“ Nein, Er sagte: „Jeder kann zu Mir kommen.“

In Kapitel 4, Vers 11, sagte Er: „Ich erwidere die Art und Weise, wie die Menschen zu Mir kommen.“ Der Herr gibt uns das Gleiche, das wir in uns tragen. Auf welche Weise wir uns Ihm auch nähern, auf diese Weise nähert Er sich auch uns. Wenn du fanatisch und engstirnig bist, wirst du natürlich einen Gott finden, der ebenfalls engstirnig und fanatisch ist, der begrenzt ist. Du wirst den allgegenwärtigen Gott nicht kennen, der glückselig ist, der voller Liebe ist. Einerseits sagen wir, Gott ist Liebe und dennoch, wie viele Menschen sind wirklich bereit, wie Er zu sein? Hier sagt Er: „Seid wie Ich.“

Siehst du, alles, worum Er in allen Schriften bittet, ist, sich zu verwandeln und wie Er zu sein. Man wird nicht zu Ihm, aber man kann „wie“ Er werden, und um wie Er zu werden, muss man anfangen, diese göttliche Qualität zu erwecken. Zuerst müssen sich der Verstand und der Intellekt, die so auf Begrenzung ausgerichtet sind, verändern. Der Verstand muss sich verwandeln. Die Transformation des Verstandes und Intellekts macht sie göttlich. Die Vergöttlichung des Verstandes bedeutet Offenheit für die höchste Wirklichkeit. Siehst du, wenn wir sagen, Gott hat alles erschaffen und sich selbst überall manifestiert, müssen wir einen offenen Geist haben, um das wahrzunehmen. Wenn wir einen Geist haben, der nur darauf beschränkt ist, Gott wahrzunehmen, wie Er beschrieben wird, wird man Ihn nie finden. Wenn wir unseren Geist und Intellekt öffnen, öffnen wir unser Herz für etwas, das unbeschreiblich ist. Wir können es nicht beschreiben. Auch in diesem Vers, in Kapitel 12, Vers 3, sprach Er: „Ich bin das Unbeschreibliche.“ Man kann Ihn nicht beschreiben, denn Worte sind zu begrenzt, um Ihn zu beschreiben.

Wie kannst du an das Unvorstellbare denken? Man kann nicht an Ihn denken. Was wir wissen, wissen wir nur durch das, was die heiligen Schriften uns gesagt haben. Aber um wirklich über die Größe Seines Wesens nachzudenken, ist der Verstand zu begrenzt. Deshalb solltest du, wenn du eine gewisse Entschlossenheit hast, für Möglichkeiten offen sein. Denn wenn du für Möglichkeiten offen bist, wird es dich auf sehr einfache Weise dorthin bringen, wo du sein musst. Dann hast du Glauben, und – egal was kommen mag – nichts kann dich von deinem Glauben abbringen.

Was ist Deine Meinung – spirituell gesehen – zu Abtreibung? Wenn es falsch ist und wir es getan haben, wie können wir es dann sühnen?

Schau, meine Meinung zu Abtreibung ist, dass sie völlig falsch ist, denn ich bin mit der Abtreibung nicht einverstanden. Erstens solltest du, wenn du dich vergnügst, daran denken, dass darin große karmische Dinge impliziert sind. Mein Standpunkt ist also, dass ich absolut dagegen bin. Wenn wir uns zum Beispiel einen Dämon anschauen, dann wird ein Dämon niemals seinem eigenen Kind Schaden zufügen, egal ob es geboren oder ungeboren ist. Wenn du als Mensch, aus welchem Grund auch immer, die Tendenz hast, einem ungeborenen Kind oder einer Seele, die sich darauf vorbereitet hat zu inkarnieren, solchen Schaden zufügst, dann hat das eine sehr große karmische Auswirkung.

Wenn du es getan hast, aus welchem Grund auch immer – ich kann niemanden deswegen verurteilen -, doch wenn du wirklich fühlst, es war falsch, was du getan hast, dann bitte ich dich um Folgendes: Bete für diese Seele! Denn diese Seele musste eine gewisse Verbindung mit dir haben, um in dir inkarnieren zu können. Bevor diese Energie im Inneren beginnen kann zu wirken, muss es eine gewisse karmische Verbindung miteinander geben. Weil du diese Verbindung einfach so durchtrennt hast, würde ich sagen, bete für die Seele. Denn karmisch bist du noch immer mit ihr verbunden. Ob du deinen Lebenszweck nun in diesem Leben erreichst oder nicht, dieses karma wirst du tragen müssen, auch wenn du deshalb wieder zurückkommen musst. Du wirst das karma für diese Handlung tragen müssen. Bete also für diese Seele, das ist das Einzige, was ich dir raten kann zu tun.

Da wir uns in einem ständigen Wandel befinden, welche Haltung sollten wir zu den Versprechen einnehmen, die wir in der Vergangenheit gegeben haben und die nicht mehr dem entsprechen, was wir jetzt sind? Ist es in Ordnung, diese Verpflichtungen zu brechen?

Ja. Nun, es hängt davon ab, welche Art von Verpflichtungen du eingegangen bist. Nehmen wir zum Beispiel an, du warst schon einmal verheiratet, in der Zwischenzeit hat sich dein Leben verändert, und jetzt bist du ein anderer Mensch. Ich muss sehr vorsichtig sein, wenn ich das sage, denn einige Leute könnten es umdrehen und sagen: „Oh, Swamiji hat gesagt, weil ich vorher eine Verpflichtung eingegangen bin und jetzt eine andere Person bin, muss ich diese Verpflichtung loslassen.“ Nein! Ich muss wirklich sehr vorsichtig sein mit dem, was ich jetzt sage!

Das ist wirklich eine knifflige Frage. Schau, wenn du, sagen wir, ein Versprechen und eine andere Verpflichtung eingegangen bist – ich spreche jetzt nicht von deiner Ehe, ich spreche auch nicht von einer großen Verpflichtung im Leben, die du eingegangen bist -, sondern von einer bestimmten Verpflichtung, die du anfangs eingegangen bist, doch aufgrund deiner ständigen Veränderung kannst du diese Verpflichtung ändern, du kannst mit ihr abschließen, und du kannst sie vergessen. Denn als du diese Verpflichtung eingegangen bist, hattest du eine andere Denkweise, und durch Transformation, durch Wachstum, siehst du die Dinge jetzt natürlich anders. Als du ein Kind warst, hast du die Dinge auf eine bestimmte Art und Weise gesehen. Das bedeutet nicht, dass du heute die gleichen Dinge auf die gleiche Weise betrachtest wie damals, als du ein Kind warst. Du siehst dein Leben jetzt ganz anders, und wenn du dein Leben ganz anders siehst, dann ändert sich natürlich alles für dich – egal, welche Verpflichtung du eingegangen bist. Ich spreche nicht von deiner Ehe oder deinen Kindern, du bist deinen Kindern verpflichtet! Das ist deine Pflicht, und du musst sie erfüllen. Aber wenn es bestimmte Verpflichtungen gibt, die du eingegangen bist, und du siehst nun, dass du nicht mehr in der Lage bist, diese Verpflichtungen einzuhalten, dann kannst du sie natürlich loslassen. Veränderungen geschehen im Leben, und natürlich musst du mit diesen Veränderungen gehen. Man kann sehen, dass Menschen sich oft verpflichten. Sie legen im Leben ein bestimmtes Gelübde ab, sie leben auf eine bestimmte Art und Weise, doch dann verändert sich ihr Leben. Sie brechen ihr Gelübde und machen einfach mit ihrem Leben weiter; sie denken, es sei vorbei.

Natürlich ist es noch nicht beendet, aufgrund deiner Zusage hast du immer noch eine gewisse Verbindung dazu. Vielleicht wirst du sie heute nicht erfüllen, aber irgendwann wirst du es tun müssen. Aber wenn sich dein Leben verändert und in eine bestimmte Richtung bewegt, hängt es immer davon ab, in welche Richtung sich dein Leben verändert. Wenn du etwas beschlossen hast und dann doch wieder in die gleiche Richtung zurückfällst, die du zuvor gegangen bist, und nun eine andere Verpflichtung für den gleichen Zweck eingehst, macht das keinen Sinn. Es ist wie ein Sprung vom Regen in die Traufe. Aber wenn diese Verpflichtung, die du eingegangen bist, der Erleuchtung, deinem spirituellen Leben und der Transformation gilt, wird die frühere Verpflichtung vollständig aufgehoben, sie wird vollständig ausgelöscht. Auch das karma, das mit dieser Verpflichtung einhergeht, ist beendet, wenn du auf den spirituellen Weg gehst. Es passt nicht zusammen. Auf diese Weise ist es möglich, bestimmte Verpflichtungen im Leben zu beenden.

Da Gott die Kontrolle über alles hat und Er die Zukunft von uns allen kennt, ist es da nicht langweilig für Ihn, auf der Erde zu inkarnieren und unter Menschen zu sein?

Ah… Nein, schau, wenn es langweilig wäre, würde Er nicht inkarnieren und unter Menschen sein. Er kommt immer zur Erinnerung. Und zudem ist es eine Frage, wie man die Zeit hier betrachtet. Hier sehen wir die Zeit, in einzelnen Stunden, Minuten, Tagen und Jahren, aber für das Göttliche ist die Zeit anders. Wir sehen sie nicht auf dieselbe Art und Weise, Zeit hat keine Bedeutung. Es ist nicht so, dass Er, wenn Er hier inkarniert, nicht ebenso in Vaikuntha gegenwärtig ist. Er ist es! Tatsächlich ist Er in Vaikuntha gegenwärtig, und Er ist auch hier gegenwärtig, während Er in dieser Welt handelt.

Das ist nicht langweilig. Er kommt und macht Seine Arbeit. Was immer Er zu tun hat, wird Er tun. Und Er kommt mit einer besonderen Arbeit, um diejenigen zu erheben, die schlummern. Wenn Er kommt, um an diese Realität zu erinnern, wird Er natürlich tun, was Er tun muss, und Er genießt, was Er tut. Es ist nicht langweilig. Das Leben eines Avatars ist nicht langweilig. Tatsächlich arbeitet ein Avatar 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche, 365 Tage im Jahr, und während Seines ganzen Lebens wirkt Er ununterbrochen für die Erhebung der ganzen Menschheit. Es gibt keine einzige Sekunde, in der ein Avatar nicht wirkt.

Wie kann es langweilig sein, wenn man ständig beschäftigt ist und wirklich ständig weiß, wofür man hier ist? Es ist nicht langweilig. Man könnte auch sagen, dass es langweilig sei, wenn Gott sich in Vaikuntha auf Adishesha niederlässt. Nein, es ist nicht langweilig! Es gibt nicht einen einzigen Moment, in dem es langweilig ist, und es gibt kein Wort wie „langweilig“ in Seinem Wortschatz.

Jai Gurudev!

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