SATSANG IM ASHRAM SHREE PEETHA NILAYA, 08. SEPTEMBER 2019

In Seinem Satsang erinnerte uns Paramahamsa Vishwananda daran, wie wichtig es ist, unseren Verstand mit dem göttlichen Namen zu durchtränken, um unser letztendliches Ziel zu erreichen.

 

Wenn du im Sterben liegst, was wird dann in deinem Kopf sein? Du wirst keine Zeit haben, an etwas anderes als an Ihn zu denken. Also, wenn du stirbst und diesen Zustand erlangst, wirst du Seine Wohnstätte erreichen. Und sobald du Seine Wohnstätte erreichst, kommst du nicht mehr hierher zurück. Denn Sein Zuhause liegt außerhalb des Reiches von Maya.

Aber Himmel, Hölle und Brahma Loka stehen alle unter dem Einfluss von Maya. Deshalb sagte Er: „Gebe deinen Geist Mir hin.“ Dieses Wort „Hingabe“ ist nicht einfach etwas Oberflächliches. Es ist etwas, das tief reicht. Was denkst du, warum Er dich immer wieder daran erinnert, dass du dein Japa machen und diesen Geist transformieren sollst?

Aber nein, ihr möchtet die Kontrolle über alles haben. Ihr denkt, dass euer Leben weitergehen wird, dass ihr nie sterben werdet. Und das ist ein Missverständnis der Menschen. Sie meinen, dass sie hier in dieser physischen Ebene auf ewig leben werden. Nein, ihr werdet sterben. Und ihr wisst nicht, wann. Es kann morgen passieren. Hat sich euer Verstand mit dem Göttlichen verbunden? Nein! Ihr seid sehr damit beschäftigt, euch an eure Probleme zu erinnern. Ihr seid sehr damit beschäftigt, welche Art von Kleidung ihr tragt und wie ihr euer Make-up auftragen sollt. Weil ihr nach Glück im Außen sucht, verpasst ihr diese Gelegenheit, wo der Verstand wirklich in das Chanten vertieft sein sollte. Dann würdet ihr frei sein.

Die Geschichte der Gopi und ihrem Chanten

Einmal ging eine Gopi zu Radha. Sie war sehr glücklich und sehr aufgeregt, Radharani zu erzählen, wie sie ihr Japa machte. Sie bat Radha darum, und Radha sagte: „Okay, ja, du kannst es mir erzählen.“

Die Gopi sagte: „Ich mache mein Japa, und wenn ich das tue, bin ich so versunken in diese Meditation über den Herrn, dass Er plötzlich einfach vor mir erscheint. Und wenn ich Ihn ansehe, unterbreche ich mein Japa, fasziniert von Seiner Schönheit. Dann erinnere ich mich, dass ich mein Japa mache, also fange ich wieder damit an.“

Radharani war sehr glücklich und sagte: „Es ist sehr gut! Du solltest weiterhin den Namen des Herrn chanten. Siehst du, wie glücklich du bist, dass Er zu dir kommt?!“

Nach ein paar Tagen kam sie wieder sehr aufgeregt zu Radha. Sie sagte: „Hör zu, ich muss dir etwas erzählen. Gerade jetzt, als ich mein Japa machte, kam Krishna. Er stand an meiner Tür, sah mich an und rief: ‚Komm mit Mir!‘ Und ich antwortete Ihm: ‚Nein, ich kann nicht kommen, ich mache mein Japa.‘“

Radharani war verblüfft und sagte: „Warum hast du nicht einfach alles losgelassen und bist zu Ihm gelaufen?“

Die Gopi antwortete: „Du hast mir gesagt, ich soll Japa machen, oder? Ich habe Japa gemacht.“

Dann sagte Radha: „Für wen machst du Japa? Du machst dein Japa für Ihn! Und wenn Er zu dir kommt, solltest du gehen!“

Da dachte die Gopi nach und sagte: „Ja, das ist richtig. Wenn Er das nächste Mal kommt, werde ich gehen.“

Am nächsten Tag war sie damit beschäftigt, ihr Japa zu machen, aber Krishna kam nicht, und sie fing an, sich Sorgen zu machen. Also rannte sie zurück zu Radha und sagte: „Radha, ich habe mein Japa gemacht, aber warum kam Er nicht?“

Radha lächelte und sagte: „Was war in deinem Kopf, während du dein Japa gemacht hast?“

Die Gopi antwortete: „Ich fühlte mich sehr besonders, weil Krishna zu mir kommen würde.“

(Seht ihr, allein aufgrund dieses Gedankens hatte Krishna aufgehört zu erscheinen. Denn das ist ein persönlicher Gedanke, das ist der Stolz.)

Radha sagte zu ihr: „Hör zu, meine liebe Sakhi, du solltest dein Japa machen und dir sagen, dass du, selbst wenn Er nicht kommt, nie aufhören wirst, Seinen Namen zu chanten.“

Die Gopi war sehr glücklich und sagte zu sich selbst: „Selbst, wenn Du nicht kommst, werde ich nicht aufhören, Deinen Namen zu chanten.“ Und in diesem Moment kam Krishna und nahm sie mit sich.

„Solange es zwischen euch und Ihm eine Distanz gibt, werdet ihr Ihn nie sehen, werdet ihr Ihn nie erreichen. All diese Distanz existiert in eurem Verstand. Und das ist es, was Er entfernen will.“

Paramahamsa Vishwananda

Seht ihr, wie ein bloßer Gedanke Einfluss nehmen kann? Wenn wir über Vaikunta reden, sprechen wir nicht einfach über einen zufälligen Himmel, in dem man Engel auf einer Wolke oder was auch immer herumtanzen sieht. Wir reden über den höchsten Ort, wisst ihr? Wir sprechen über den höchsten Herrn selbst. So wie Er in allem vollkommen ist, möchte Er, dass auch ihr so werdet. Aber natürlich liegt Vollkommenheit nicht im Äußeren. Er will die Vollkommenheit im Inneren, im Geiste.

Deshalb erinnert Er uns in der Bhagavad Gita ständig daran. Was glaubt ihr, was Er mit Arjuna gemacht hat? Bis zum Kapitel 10 gab Er Arjuna ein ganzes Paket, um seinen Verstand vollständig zu füllen. Er erzählte ihm alles, und Arjunas Verstand wurde verändert. Deshalb seht ihr zu Beginn von Kapitel 11, dass Arjuna sagt: „Mein Verstand hat sich verändert. Wie ich die Dinge gesehen habe, hat sich gewandelt.“ Dann bat er Ihn: „Ich will sehen.“ …

Er ist zu allen Zeiten immer präsent, aber was den Geist und die Realität trennt, ist diese Distanz. Durch den Raum in eurem Verstand habt ihr Formen, Individualität und so weiter kreiert. Als dieser Raum bei Arjuna verschwand und vollständig mit Krishna angefüllt war, war er bereit und dann fragte er. Arjuna war bereit und Krishna war bereit, zu zeigen. Aber solange es zwischen euch und Ihm eine Distanz gibt, werdet ihr Ihn nie sehen und werdet ihr Ihn nie erreichen. All dieser Raum dominiert euren Verstand. Und das ist es, was Er beseitigen will. Sobald das entfernt ist, zeigt sich die Realität.

Es geht nicht darum, in den Himmel gehen. Der Himmel kann zu euch kommen. Deshalb sagte Er: „Meine Devotees brauchen nach nichts zu verlangen, sie brauchen um nichts zu beten. Alles wird zu ihnen kommen.“ Warum passiert das nicht? Wegen eurer Unaufrichtigkeit. Ihr seid nicht ehrlich zu euch selbst, und doch wollt ihr etwas, das das Höchste ist. Er selbst wird zu euch eilen. Seht euch all die Heiligen an, deren Verstand von Ihm durchdrungen war; sie gehen nicht zu Ihm, Er kommt zu ihnen! Also, wo auch immer sie sind, das wird zu ihrem Himmel.

So viel Raum wie ihr schafft, so sehr wird dieser Verstand euch täuschen. Und dieser Verstand wird euch in eure Hölle oder in euren Himmel bringen. Wenn ihr Gutes tut, werdet ihr natürlich gutes Punya haben. Aber um in den Himmel zu kommen, wie Krishna sagte, müsst ihr euch sogar über das sattvische Guna erheben, müsst ihr euch über die drei Gunas selbst erheben. Welche Qualität hat also dieses Gute für euch, damit ihr zu Ihm gelangt? Es ist eine höchste Tugend, bei der ihr frei von eurer Ego-Identität seid. Dieses „Ich“, „Mein“, das ihr ständig wiederholt, ist nicht vorhanden. Es ist nur Er. Dann erst könnt ihr euch sicher sein, dass ihr bei Ihm sein werdet. Er gab diese Zusicherung, nicht wahr? Er hat es gesagt. Glaubt ihr an dieses Versprechen oder glaubt ihr an eure Begrenzung? Deshalb, wenn ihr Devotees seid, ist es euer Bestreben, Ihn zu erreichen. Er muss euer Ziel sein! Warum kümmert ihr euch um Himmel und Hölle? Wollt ihr dorthin gehen, um euch ein wenig zu bräunen? Oder wollt ihr euren spirituellen Körper verwirklichen und bei Ihm verweilen?

Ihr habt die Wahl.

Jai Gurudev!

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