Auszug aus einem Satsang, gegeben in Lettland am 11. September 2019

Paramahamsa Sri Swami Vishwananda besuchte Lettland, um die neuen Deities aus Granit von Sri Ram Darbar im Satchitananda Vigraha Ramachandra Ashram einzuweihen. Nach den Feierlichkeiten erklärte Er allen, warum Deities für uns alle so wichtig sind.

Impressionen von der Lettland-Tour 2019

Jai Gurudev,

Wisst ihr, die Leute sagen oft: „Wozu brauchen wir Deities?“ Die Deity ist ein Ausdruck der Liebe des Devotees. Wenn du zu jemandem sagst: „Bringe dich und deine Liebe gegenüber der Leere zum Ausdruck.“, kannst du das tun? Das kannst du, aber die Leute werden dich für ein wenig verrückt halten. Aber wenn es eine Form gibt, wird es leicht, sich auszudrücken. Nimm irgendeine Beziehung. Wenn wir über Beziehung sprechen, gibt es automatisch jemanden, es gibt keine Leere. Man kann keine Beziehung mit Luft haben und sagen: „Ich will die Luft umarmen.“

Gott ist der Allmächtige, Er ist alles. Aber wegen der Hingabe der Menschen beschließt Er, sich selbst zu beschränken. Wie viel Liebe zu uns hat Er, dass Er sich sogar auf einen Stein beschränken kann? Wie sehr wollte Er zu euch kommen? Wie sehr wollte Er euch daran erinnern? Aber der Stein, in dem Er sich manifestiert hat, ist nicht nur ein normaler Stein, denn nicht jeder Stein wird zur Deity. Der Stein muss selbst ein sehr gesegneter Stein sein, oder? Auf die gleiche Weise erwacht nicht in jedermanns Herz der Bhav (das Gefühl) der Liebe zu Ihm. Ihr sagt: „Ja, wir lieben Gott“, aber diese Emotion, wirklich und wahrhaftig zu lieben, erwacht nicht in jedem Herzen. Nur selten. Nur sehr wenige Herzen wissen wirklich, was es bedeutet, Ihn wirklich zu lieben.

Auch für diesen Stein gilt: Nur sehr wenige Steine erhalten diese Gnade, so behauen zu werden, dass eine göttliche Form aus ihnen entsteht. Durch die Hingabe, durch das Gebet, durch das Mantra bitten wir Purushottama Rama, dieses höchste Wesen, sich in dieser Form zu manifestieren, um uns an Seine Gegenwart und an Seine Liebe zu erinnern. Es ist nicht nur eine Statue, die man äußerlich sieht. Nein. Nach dem Gebet, durch eure Hingabe, ist Er selbst im Inneren gegenwärtig – und zusammen mit Ihm, auch Seine Frau Sita, Lakshman, Hanuman und Garuda.

Es gab einmal einen König von Rajastan, der total gegen Deities war. Ein Heiliger besuchte ihn und der König sagte zu dem Heiligen: „Wie können die Menschen so dumm sein, dass sie Stein und Metall anbeten?“ Der Heilige schwieg.

Nach einiger Zeit rief der Heilige den Minister des Königs zu sich und sagte zu ihm: „Dort an der Wand ist ein Porträt des Königs. Kannst du es abnehmen?“

Als das Porträt des Königs abgenommen wurde, sagte der Heilige zum Minister: „Spuck auf dieses Bild!“ Der Minister war schockiert. Und der König war wütend.

Dann wurde der Heilige streng: „Ich sage dir, du sollst auf dieses Bild spucken!“ Er blieb dabei und wiederholte es immer wieder. Natürlich war der Minister verärgert, und der König wurde noch wütender. Dann sagte der Heilige: „Aber du hast gerade gesagt, dass die Deity nur ein Stein sei und du nicht daran glaubst. Also bitte ich dich, auf dieses Bild zu spucken! Es ist nur Farbe, es ist nur Papier, es ist leblos, es ist nichts drin. Warum spuckst du nicht darauf?“

Der Minister sagte: „Nein, das ist das Porträt unseres geliebten Königs! Wie könnten wir ihn anspucken?“ Und dann verstand der König, was der Heilige sagte, und der König fiel zu seinen Füßen nieder und bat den Heiligen um Vergebung.

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Wenn ihr Sein schönes Gesicht betrachtet und nur das Äußere seht, merkt ihr nicht, dass die Statue euch ansieht. Ihr seht ein Augenpaar, das schaut euch nicht nur körperlich an, es durchdringt eure Seelen selbst und betrachtet, wer und was zu Ihm gehört. Das ist die Schönheit, wenn man das Herz öffnet und sich nach Ihm sehnt. Dann seht ihr, dass Er euch ansieht. Er kümmert sich um euch.

Jai Gurudev

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